Die Schöne ist ein Biest:

Vor zwei Jahren galt sie als neue Amy Winehouse: Die Waliserin Aimee Ann Duffy (26). Fotos: Universal / nh

Mittlerweile findet es Duffy unverschämt, wie sie sich damals gegenüber Albert Hammond benahm. Die walisische Soul-Sängerin war in Los Angeles bei einem der erfolgreichsten Songschreiber der Welt zu Gast, von dem Hits wie „It Never Rains In Southern California“ und „One Moment In Time“ stammen.

Nun hatte der 66-Jährige für Duffy den Titel „Don’t Forsake Me“ geschrieben, aber die 26 Jahre alte Blondine bedankte sich nicht, sondern nahm den Song vor dem Meister auseinander.

Andere wären an die Decke gegangen, Hammond jedoch sagte zum schönen Biest nur: „Gut gemacht.“ Das ungleiche Duo setzte sich noch einmal zusammen, und so ist „Don’t Forsake Me“ eines der besten Stücke von Duffys zweitem Album „Endlessly“ geworden.

Zwischenzeitlich hatte Aimee Ann Duffy nicht mehr daran geglaubt, dass es überhaupt noch ein zweites Album von ihr geben würde. Vor zwei Jahren war die aus einem walisischen Kaff stammende Kellnerin zur erfolgreichsten der jungen britischen Soul-Sängerinnen nach Amy Winehouse aufgestiegen. Ihre an Dusty Springfield erinnernde Stimme machte aus „Mercy“ einen Welthit. Das dazugehörige Album „Rockferry“ verkaufte sich bis heute mehr als sechs Millionen Mal. Es gab drei Brit Awards und einen Grammy.

Bevor Duffy zur neuen Amy geworden war, hatte sie als Zweite der walisischen Casting-Show „Wawffactor“ von solchen Erfolgen geträumt. Als der Traum dann Wirklichkeit wurde, vermisste sie jedoch „die einfachen Kleinigkeiten des Lebens“, wie sie sagt: „Alles war so kompliziert geworden. Ich habe ernsthaft darüber nachgedacht auszuwandern.“

Vielleicht hätte sie das mit ihrem Freund, dem walisischen Rugby-Nationalspieler Mike Phillips, auch gemacht, wenn nicht Albert Hammonds Frau ihren Auftritt bei „Saturday Night Live“ gesehen hätte. „Albert“, rief sie zu ihrem Mann, „schau dir dieses Mädchen an. Sie hört sich wie eine Schwarze an.“ Auch Albert Hammond war begeistert.

So begann die Geschichte des alten Mannes und der jungen Frau. „Endlessly“ nahmen sie in Los Angeles, Spanien und London auf. War das Debüt noch vom Northern Soul bestimmt, sind die meisten der zehn neuen Songs schneller und tanzbarer. „My Boy“ klingt wie eine Hommage an die Supremes, die Single „Well, Well, Well“ ist ein Monster-Hit mit Bläsern, und für den Funk-Faktor sorgen die HipHopper von The Roots, die Hammond ebenfalls im Fernsehen für sich entdeckte. Und frech ist Duffy immer noch. Sie singt etwa: „I’m his lover, not his mother.“

Dabei ist sie auch schon irgendwie Mutter: In ihrer Heimat Wales haben sie eine Blume nach Duffy benannt.

Duffy: Endlessly (Polydor/Universal). Wertung: vier von fünf Sternen

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