Neu im Kino: Stimmige Science Fiction in „Prometheus“ von Ridley Scott

Die Schöpfer sind böse

Suche nach dem Ursprung der Menschheit: Michael Fassbender als Android David, der während der langen Reise zum erdähnlichen Planeten den Schlaf der menschlichen Kollegen überwacht und das Raumschiff lenkt. Foto: Twentieth Century Fox

Mit „Prometheus“ kehrt Regisseur Ridley Scott zurück auf das Terrain des Science-Fiction-Filmes, wo er mit „Alien“ (1979) Filmgeschichte geschrieben hat. In einer Höhle auf der Isle of Sky findet die Archäologin Elizabeth Shaw (Noomi Repace) gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Charlie Holloway (Logan Marshall-Green) eine Höhlenmalerei, die ihre langjährigen Forschungen bestätigt: Der schöpferische Ursprung der Menschheit ist außerirdischer Natur.

Wenige Jahre später sind die Archäologen in einem Raumschiff mit einer Crew von ausgewählten Wissenschaftlern unterwegs zu dem erdähnlichen Planeten, auf dem die Schöpferspezies vermutet wird. Zunächst erscheint es so, als seien die humanoiden Wesen allesamt vor langer Zeit im Kampf getötet worden. Aber dann zeigt sich, dass in dem unterirdischen Bauwerk noch Leben herrscht - und das ist den Menschen nicht wohl gesonnen.

Nicht weniger als die Frage nach dem Ursprung der Menschheit hat Scott in „Prometheus“ auf die Speisekarte gesetzt. Dass die Reise dorthin jedoch zum Alptraum wird und diejenigen, die die Menschen erschaffen haben, sie auch wieder vernichten wollen, führt zu einer Schlacht zwischen Erzeugern und Erzeugten, bei der sich Sigmund Freud die Hände reiben würde. In seinem existenzialistischen Subtext zeigt sich deutlich das Verwandtschaftsverhältnis zwischen „Prometheus“ und „Alien“, das sich auch in der schlagkräftigen Heldin widerspiegelt.

In „Prometheus“ bleibt Scott seiner Mischung aus Science-Fiction und Horror treu. Zahlreiche glitschige Kreaturen sorgen hier für die nicht immer appetitliche Dezimierung der Crew und ein weit verzweigte, spärlich ausgeleuchtete Höhlensystem bietet genug Raum für böse Überraschungen. Scott entwirft ein rundum düsteres, aber in sich stimmiges Szenario, das weniger auf glitzernde Hi-Tech-Spielereien als auf ein erdiges und organisches Design baut, in das die 3D-Effekte pointiert eingearbeitet werden.

Das alles summiert sich zu einem durchaus sehenswerten Stück Genreunterhaltung, das allerdings an den filmhistorischen Rang von „Alien“ oder „Blade Runner“ längst nicht heranreichen kann.

Genre: Science Fiction

Altersfreigabe: ab 16

Wertung: !!!!:

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.