Schottischer Abend beim Musikfest in Kassel

Kassel. Wer reist schon nach Schottland? Im Sog der „Ossian“-Begeisterung tat dies zum Beispiel 1829 Felix Mendelssohn, mühte sich durch Wind und Wetter bis zu den Inseln, von wo er die Keimzelle seiner „Hebriden-Ouvertüre“ mitbrachte.

Das beliebte Stück stand in einer Bearbeitung für Violine (Felicia Terpitz), Cello (Wolfram Geiss) und Klavier vierhändig (Michael Kravtchin und Alberto Bertino) am Beginn eines Konzerts am Freitagabend im Kulturbahnhof. Im Rahmen des Musikfests („Unterwegs“) war es der Abend Kasseler Musiker.

Aus der Serienproduktion der selten zu hörenden schottischen Lieder von Haydn und Beethoven gab es einige Kostproben. Auch im Norden geht es um Liebe und Leid, um Krieg und Tod. Begleitet von einem Klaviertrio sangen Musa Nkuna (Tenor) vom Staatstheater und Traudl Schmaderer (Sopran). Sie fanden die richtige Mischung zwischen volkstümlichem und kunstvollem Gesang. Besonders hübsch waren die Duette wie Haydns „O bonny lass, will you lie in a barrack“ oder Beethovens „Behold my love how green the groves“. Drei Stücke aus Schuberts Gesängen zu Walter Scotts Versepos „Das Fräulein vom See“ schlossen sich an, darunter das berühmte „Ave Maria“.

Am Ende dann ohne Schottland-Bezug Mendelssohns d-Moll-Trio op. 49 mit Felicia Terpitz, Wolfram Geiss und Michael Kravtchin. Die drei hatten sich entschieden, das leuchtende Werk kraftvoll anzugehen, mit großen Steigerungen innerhalb der Sätze. Das machte großen Effekt auf die 150 Zuhörer, die nicht protestiert hatten, als man Gades „Ossian“-Ouvertüre weggelassen hatte, um ein Konzertende vor halb elf zu erreichen.

Von Johannes Mundry

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