Schräge Lieder: Die Feisten beim Sommer im Park in Vellmar

Mit ihrem Trio Ganz Schön Feist waren Matthias Zeh und Rainer Schacht jahrelang Publikumslieblinge beim Sommer im Park in Vellmar. Auch als Duo Die Feisten ernteten sie nun riesigen Applaus.

Vellmar. Der Erfolg der Feisten ist kein Rätsel. Rainer Schacht und Matthias Zeh sind nicht austauschbar. Verdammt entspannt erzählen die Musiker mit ihren oft melancholischen Balladen von den bitteren Seiten des Lebens. Am Sonntag brillierten Die Feisten beim Sommer im Park in Vellmar, changierten mit ihrem Programm „Versuchslabor II“ zwischen Zynismus und Zärtlichkeit.

Auf das Lied „Kriech da nich’ rein“ über einen Kollegen, der sich bei seinem Chef einschleimt, warteten die 300 Fans gebannt. Als die Klänge vom „Griechischen Wein“, der Melodie des Youtube-Hits mit fast 500 000 Klicks, zu hören waren, brach Jubel aus.

Seit das Trio Ganz Schön Feist nach 20 Jahren 2013 auseinanderging, treten Schacht und Zeh als Die Feisten auf. Die Songtexte haken als kleine Geschichten irgendwo im Bizarren fest. Da ist der kleine, süße Hund Paul, angeschafft, um Frauen anzubaggern. Als Paul älter wird, fragt keine mehr, ob sie das Tier streicheln dürfe. Da ist der traurige Rajid, in Goa von einer Hippie-Mutter gezeugt, der in Deutschland Schulze heißt und das erste Mal Schnee sieht.

Übersättigt von der Glätte unserer Gesellschaft treffen die schrägen Lieder den Zahn der Zeit. Begleitet vom unaufgeregten Schacht an der Gitarre singt Zeh mit seiner unverwechselbaren und etwas brüchigen Stimme so, als würde er Kindern etwas vortragen. Das schafft Nähe, genauso wie die Ich-Form der meisten Texte.

Zwischendrin geben die Feisten als A-cappella-Sänger schnalzende Geräusche von sich. Fußtrampeln, Riesenapplaus, drei Zugaben.

Von Gesa Esterer

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