Wolfram Mucha feiert 50. Bühnenjubiläum

Schreck zu Beginn

Auf der Bühne und hinter der Bühne: Das Theater ist seit 50 Jahren Wolfram Muchas Welt. Foto: Schachtschneider/nh

Kassel. Wolfram Mucha (70) kann es selbst nicht glauben: 50 Jahre ist es bereits her, dass sein Traum, der Schauspielerberuf, zu platzen drohte. Bei der Essener Folkwang-Schule hatte sich der gebürtige Bochumer im April 1962 zur Aufnahmeprüfung für eine Schauspielausbildung angemeldet. Im jugendlichen Überschwang hatte Mucha den Monolog des Caligula aus Albert Camus’ gleichnamigem Stück vorbereitet. Und nun, vor der Prüfungskommission, war der Text weg. „Totale Leere“, erinnert sich Mucha.

Doch dann die Rettung: „Der Junge hat Mut zur Pause“, ließ sich eine Stimme vernehmen. „In dem Moment war der Text wieder da“, erzählt Mucha. Er bestand die Aufnahmeprüfung - und feiert jetzt sein 50. Bühnenjubiläum.

Einmal Schauspieler, immer Schauspieler, sagt Mucha, der nach mehreren beruflichen Stationen 1983 ans Kasseler Staatstheater wechselte und hier bis vor wenigen Jahren aktiv war. Unzählige Rollen hat er in seinem langen Schauspielerleben gespielt - darunter große Partien wie den Dorfrichter Adam aus Kleists „Zerbroch’nem Krug“ und Shakespeares König Lear.

Inzwischen sind seine Auftritte seltener geworden, doch noch immer findet der beliebte Schauspieler sein Publikum, wenn er beispielsweise den Untergrund-Poeten Charles Bukowski gibt: „Der Olle ist ja nicht totzukriegen.“

Zuletzt haben ihn ein paar gesundheitliche Probleme daran gehindert, weitere literarische Programme zu erarbeiten. Texte von John Steinbeck und Ernest Hemingway reizen ihn besonders. Ansonsten genießt Mucha seinen Ruhestand - am liebsten im Vorderen Westen, wo er mit seiner Frau Karin seit Langem lebt.

Von Werner Fritsch

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.