Das Theater im Centrum feierte mit dem Musical „Emilys Hochzeit“ eine umjubelte Premiere

Schrille Chaos-Feier mit Musik

Hochzeitsfeier als Kamikazeflug im Theater im Centrum: (von links) Martin Rüegg als Brautvater, Chrsitina van Leyen als Braut Emily und Dennis Henschel als Bräutigam Arthur. Foto: Schachtschneider

Kassel. Hochzeit - ein Bund, in „guten wie in schlechten Zeiten“ zusammenzuhalten. Für die Schlechten können Emily (Christina van Leyen, gute Schauspielleistung) und Artur Amadeus Stampf (Dennis Henschel) schon kurz nach der Trauung mit dem Training beginnen. Ihre Hochzeitsfeier bietet dafür ideales Terrain: „Emilys Hochzeit“, das neue Musical des Theater im Centrum (tic) feierte am Samstag vor ausverkauftem Haus Premiere.

Ein urkomischer, absurd witziger Kamikazeflug in Sachen Hochzeitsfeier ist dem tic gelungen. Bestens aufgelegte Darsteller, Ohrwürmer aus der Pop-Geschichte – von „Love is in the Air“ über „Love hurts“ bis zu „Nutbush City Limits“ (Musikalische Leitung: Roland Oumard/Choreografie: Loreen Fajgel) und eine Fülle sprühender Gags sorgten für beste Unterhaltung. Regie führte Tobias Krechel, das Bühnenbild kreierte Oliver Doerr, die Texte stammen von Christoph Steinau und Ralf Stadler.

Chaos ist Trumpf. Dafür ist schon Mutter Stampf zuständig. Sabine Guth spielt sie als herrliche Nervensäge. Charmant wie ein Feldwebel befehligt sie nicht nur ihren unterwürfigen Gatten (Martin Rüegg mit wenig Text und großer Wirkung), sondern auch das Hochzeitsprogramm.

Der andere GAU heißt Berti Stampf. Er ist der Bruder des Bräutigams, ein ungestümer, trinkfreudiger Krawallo. Christoph Steinau spielt ihn als Urgewalt in Sachen durchgeknallter Humor. Er treibt das Stück mit „Siggi Dynamite“ (Roland Oumard), einem mit einem Keyboard bewaffneten Alleinunterhalter, vollends zum herrlich komischen „Desaster mit Musik“. Komplett wird das ganze Delirium, als Johnny Applewood, von Michael Fajgel urwitzig als Kellner, gestrauchelter Schlagerfuzzi und graumelierter Angeber dargestellt, mit Rockerbegleitung zur Party stößt. Was hat der mit der Braut zu tun?

Das Publikum genoss das Stück in vollen Zügen, schwelgte in der Musik und lachte über die zahlreichen Gags. Schon das Festprogramm von Mutter Stampf war das Eintrittsgeld wert: Schräge Vögel, wie das auf Mexikaner gestylte Gesangstrio „Die drei Sombreros“ (Fajgel, Ruegg, Henschel) oder „Samurai-Koch Takemizu“ (Steinau), der erst das Essen per Säbel zertrümmert, bevor er es serviert. Brüller, donnernder Applaus.

Nächste Vorstellung: 20., 21., 27.10. Karten: Tel. 0561 / 7018722.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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