Komiker René Marik begeistert mit seinen Puppen in Vellmar

Der schrille Maulwurf

Publikumslieblinge nicht nur in Vellmar: Der Maulwurf (links) und Herr Falkenhorst sind nur zwei Figuren, mit denen der Comedian René Marik Kult geworden ist. Fotos: Malmus

Vellmar. Seid ihr alle da? Diese Frage haben die meisten Erwachsenen zuletzt in ihrer Kindheit gehört. Es sei denn, sie waren beim Auftritt von René Marik. Am Sonntag war der Puppenspieler im ausverkauften Vellmarer Festivalzelt zu Gast und erfreute beim Sommer im Park mit einem wirren Mix aus Puppentheater, Klamauk und Musik.

Die Hauptfiguren von Mariks schriller Puppenshow haben inzwischen Kultstatus erreicht: ein kurzsichtiger Maulwurf mit lustigem Sprachfehler („Rapante, Rapante, lass’n haate daate!“), der prollige Eisbär Kalle und Frosch Falkenhorst, der stets nach einer neuen Identität zu suchen scheint. Mal tritt er als zerstreuter Professor auf, mal als Papst oder Vampir.

Erfolg hat er jedoch auf keinem Gebiet. Was immer er auch anpackt, er scheitert. Als er zum Beispiel seine erste Fernsehsendung als Sternekoch anmoderiert, fällt er glatt einer Messerattacke zum Opfer. Froschschenkel gelten eben anderswo als Delikatesse.

„Kasperpop“ hat Marik sein Programm genannt, und das ist ganz wörtlich zu verstehen. Zwischen den Spielszenen greift der Wahl-Berliner zur Gitarre und beweist, dass er auch ein guter Sänger ist. Seine Lieder, die oft von der Liebe handeln, sind tiefsinnig und ehrlich. Da fällt schon mal ein Satz wie „Du kannst mich mal“. Dass es keinen Zusammenhang zwischen Puppenspiel und Musik gibt, ist dem Publikum offensichtlich egal. Immer wieder gibt es Zwischenapplaus.

Während Frosch und Maulwurf bereits durch Mariks TV-Auftritte bekannt sind, ist der Hasskasper eine neue Figur im Programm. Die glatzköpfige Puppe schimpft, was das Zeug hält, beleidigt das Publikum und richtet seine Aggressionen sogar gegen die anderen Puppen. Das kann durchaus unterhaltsam sein. Zwischendurch sind kurze Filmsequenzen zu sehen, in denen sich Zuschauer mithilfe des Hasskaspers Luft machen. Sie schimpfen auf Politik, Telefon-Warteschleifen, Postboten und sogar auf Städte.

Gut, dass es den nuschelnden Maulwurf als niedlichen Gegenpol gibt, der geduldig - aber wenig erfolgreich - seiner blonden Barbe nachstellt. Leider stirbt er am Ende des zweistündigen Programms an Erschöpfung. Er hatte vergeblich versucht, mit einer asiatischen Winkekatze Kontakt aufzunehmen. Autschn!

Das Publikum ist sich dennoch sicher: Beim nächsten Programm wird es ein Wiedersehen mit dem Maulwurf geben. Nach drei Zugaben und langem Applaus verlässt René Marik die Bühne.

Von Pamela De Filippo

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