Die norwegische Frauen-Formation Katzenjammer begeisterte das Publikum im Kulturzelt

Schrille Profis im Minikleid

Sorgten für Stimmung: Solveig Heilo (links) und Anne Marit Bergheim von Katzenjammer. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Diese Künstlerinnen sind schwer einzuordnen. Sie sind schrill, laut, sexy, unglaublich energiegeladen und dennoch überaus musikalisch talentiert. Die Rede ist von Katzenjammer, vier attraktiven, norwegischen Musikerinnen, die am Freitag im ausverkauften Kasseler Kulturzelt die Stimmung nicht nur beim männlichen Publikum zum Brodeln brachten.

Zuerst fiel ihr Bühnenoutfit auf. Die Kleidchen endeten knapp unter dem Gesäß, die Schultern lagen frei. So manche Besucherin verteilte da gern einen kleinen Seitenhieb: „Woran das wohl nur liegt, dass heute so viele Männer in der ersten Reihe vor der Bühne stehen?“, hörte man eine Frau ironisch-verschmitzt ihre Freundin fragen. Zugegeben – aus einem Second-Hand-Laden für Klosterschülerinnen dürften die Bühnen-Klamotten der schrillen Musikerinnen nicht stammen. Wer das aber als Versuch deuten wollte, die frisch-frechen Damen wollten damit musikalische Schwächen übertünchen, der liegt falsch.

Marianne Sveen, Turid Jorgensen, Solveig Heilo und Anne Marit Bergheim sind studierte Musikerinnen, können allesamt ausgezeichnet singen, und jede von ihnen beherrscht mehrere Instrumente. So wurde viel rotiert. Mal saß die eine am Schlagzeug, mal die andere. Gleiches gilt für die Gitarren und die mit einem Katzengesicht geschmückte Balaleika-Bassgitarre. Fliegender Wechsel nach fast jedem Stück.

Der Name der Band, die sich 2005 gründete, geht auf den Comicstrip „The Katzenjammer Kids“ zurück. Die Musik liegt zwischen Pop, Rock, Folk, Zirkus und Zigeunerjahrmarkt. Auch Tuba und Harmonika, Banjo und Mandoline, Trompete und Akkordeon tummeln sich in der energetischen Musikmelange dieser exzentrisch-fröhlichen Frauen.

Katzenjammer ist eine absolute Live-Formation. Nicht unbedingt für den CD-Spieler im Auto, aber unglaublich mitreißend auf der Bühne.

Auch der Kontakt zum Publikum funktioniert bestens. Da wird die Stimmung aufgepeitscht mit Zurufen („Would you do, what I tell you?“ –Tut ihr, was ich euch sage?), zum Mitsingen animiert und mit stampfendem Rhythmus, harten Rockklängen und musikalischer Klasse das Publikum zur Fangemeinde gemacht. Brodelnder Applaus und gut zwanzig Minuten Zugabe.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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