Mit Hornbrille und Schlurfgang: Kabarettist Dirk Bielefeldt trat als Herr Holm auf

Der Schutzmann im Grünen

Mürrischer Ordnungshüter: Dirk Bielefeldt alias Herr Holm. Foto: Malmus

Vellmar. Nicht nur im Dienst ist Herr Holm die Ordnung und Pflichterfüllung in Person. Auch in seiner Freizeit sorgt er dafür, dass alles perfekt geregelt wird – in seinem kleinen Schrebergarten. Eine schmale Bretterbude, etwas Grün, ein hoher Zaun davor und fertig ist seine Idylle. Seit 18 Jahren mimt Dirk Bielefeldt mit Schlurfgang, Hornbrille und mürrischem Blick den urigen Hamburger Polizisten auf der Bühne. So auch am Samstag in der leider nur mit 90 Besuchern gefüllten Kulturhalle in Niedervellmar.

Pech gehabt, möchte man denen zurufen, die das verpassten. Es ist ein schwieriger Spagat, eine Bühnenfigur aus dem gewohnten Image und Umfeld zu lösen und den Charakter beizubehalten. Dirk Bielefeldt ist das großartig gelungen. Vom Beamten in Grün zum Privatmann im Grünen und zurück lässt er seinen Herrn Holm pendeln und dabei sogar über Sinnfragen des Lebens nachdenken: „Wäre ich noch derselbe, wenn ich Rockstar geworden wäre und Hotelzimmer demoliert hätte?“

Immer wieder aber kommt bei ihm der Ordnungshüter durch: „Jeder Mensch ist ja gut für eine Straftat.“ Deswegen steigt Holm von der Bühne und notiert sich („besser ist besser“) die Namen einiger Besucher. „Name? Ist das Ihre Frau da neben Ihnen? Wenn nicht, warum nicht?“ Wenig später überkommt ihn Melancholie. Er denkt an seinen verstorbenen Hund. Ob er sich dafür ersatzweise eine Frau anschaffen soll? Doch „die kann man vor dem Geschäft ja nicht anbinden“. Glücklich macht ihn hingegen die neueste Errungenschaft der Polizei: die PoKuKa, die Polizeikundenkarte. Die Vorteile: Einmal 175 Euro bezahlen und dann stets nur die Hälfte aller Bußgelder. Und im Doppelpack darf die Ehefrau gleich mitbüßen.

Lautstarker Applaus und ein mürrischer Herr Holm, als der Ruf nach Zugaben laut wurde: „Die hatte ich schon ins Programm integriert.“

Von Steve Kuberzcyk-Stein

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