Traumhafter Tanz

Traumhafter Tanz: Bolschoi Staatsballett Belarus mit „Schwanensee“

Bekamen viel Applaus im Opernhaus: Die Tänzer des Bolschoi Staatsballetts Belarus. Foto: Schachtschneider

Kassel. Schon als Kind war Peter Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893) vom Klavierspielen und der Musik besessen. „Oh, diese Musik“, soll er als Knabe geklagt haben. „Sie bringt mich noch um, hier drinnen“ und deutete dabei auf die Stirn.

Kaum zu glauben, welche wunderbaren Früchte diese einstige Qual hervorbrachte. Der krönende Höhepunkt: die wunderbare theatralische Musik zu „Schwanensee“, der Mutter aller Ballette. Der Franzose Marius Petipa (1818-1910), Ballettdirektor des Zarenhofes, setzte sie in Tanz um. Beide hätten an der Inszenierung des russischen „Bolschoi Staatsballett Belarus“, das am Sonntag mit dem Ballett-Klassiker im fast ausverkauften Opernhaus gastierte, ihre Freude gehabt.

Ein märchenhaft verträumtes Bühnenbild mit einem dunklen, auf Leinwand gemalten See im Hintergrund, prächtige und prunkvolle Kostüme und getanzte Anmut, wohin das Auge blickte. Die Musik hätte vielleicht noch ein wenig lauter sein dürfen, zumindest aus der 17. Reihe beurteilt, ansonsten aber: ein Fest für die Augen und Ohren.

Mit einer Ballerina (Aleksandra Tschizhik), die nicht nur tanztechnisch verzauberte, sondern auch mit ihrem würdevollen Charisma und ihrer stolzen Grazie. Großartig auch der Zauberer Rotbart (Dmitriy Schemet) mit düsterer Ausstrahlung und viel Präsenz, der Hofnarr (Konstantin Geronik) mit einem famosen Sprungrepertoire sowie Prinz Siegfried (Igor Artamonow), der mit eleganter Ästhetik, aber auch mit ansprechendem Charakterspiel überzeugte.

Aber auch alle anderen aus dem Ensemble waren große Klasse. Die Tanzszenen bei der Feier zu Siegfrieds Geburtstag, die tanzenden Schwäne im Dunkel der Nacht am See im Wald – zauberhaft, fesselnd. Das Publikum bedankte sich dafür mit viel Zwischen- und nicht enden wollendem Schlussapplaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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