Tanzdirektor Johannes Wieland zeigt sein neues Stück „ich bin du“ ab Samstag im Schauspielhaus

Im schwarzen Raum wird es flauschig

Johannes Wieland

Kassel. So wie in Johannes Wielands neuem Stück hat man die Tänzer des Kasseler Staatstheaters auf der Bühne noch nie gehört. Man hört sie nämlich gar nicht – zumindest nicht ihre Bewegungen.

Für die neue Choreografie des Tanzdirektors hat Steph Bürger einen schwarzen Raum erschaffen und über den Boden einen flauschigen Teppich gelegt, der jeden Sprung sanft abfedert. „Man hört die Tänzer nicht mehr aufkommen. Es ist wie in einem Stummfilm“, sagt Wieland.

Das 70-minütige Stück erzählt von der Identitätssuche. „Wir haben alle den gleichen Ursprung“, sagt Wieland, der sich für „die Schnittmenge zwischen dir und mir“ interessiert.

Dabei werden „elf risikofreudige Tänzer Grenzen überschreiten“, wie Wieland mit einem Augenzwinkern ankündigt. Unter den elf Tänzern sind auch die vier Neuen im Ensemble: die New Yorkerin Shannon Gillen, der Ungar Akos Dozsa, der Slowake Martin Durov sowie der Grieche Alexandros Vardaxoglou. Als Gäste wirken Maureen Lopez (Spanien) und Katerina Toumpa (Griechenland) mit.

Die Tanzsparte ist längst global. Dazu passt, dass der New Yorker Wieland zuletzt in Litauen arbeitete, wo er für ein Tanzfestival einen Gastauftrag hatte. In „ich bin du“ bringt er nun unterschiedliche Medien zusammen. In den schwarzen Raum, in den der Zuschauer eintauchen soll, wird ein Video projiziert. Zudem gibt es eine aufwendige Soundcollage. Dort wird man auch Dialoge aus David Lynchs Kinoschocker „Lost Highway“ hören, wo eine Frau ebenfalls auf Identitätssuche ist. Ein Stummfilm wird „ich bin du“ also nicht.

Uraufführung von „ich bin du“: Samstag, 19.30 Uhr, Schauspielhaus. Karten: 0561/1094-222. Foto: nh

Von Matthias Lohr

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