"Schwarzwaldklinik" ging heute vor 30 Jahren auf Sendung

Sie machten die TV-Zuschauer 1986 gesund: Eva Maria Bauer (von links), Alf Marholm, Gaby Fischer, Franz Rudnik, Ilona Grübel, Klaus- jürgen Wussow, Gaby Dohm, Sascha Hehn und Barbara Wussow vor der Schwarzwaldklinik. Foto: dpa

Sie fesselte Generationen - bis zu 28 Millionen Menschen schauten zu. Heute vor 30 Jahren ging die erste Folge der „Schwarzwaldklinik" im ZDF auf Sendung.

Sie war der letzte Straßenfeger im deutschen Fernsehen. Sie war die Mutter aller Arztserien, die deutsche Antwort auf die amerikanische Erfolgsserie „Dallas", ein Fernsehereignis, dem etwas gelang, das heute keine Serie mehr schafft: Sie fesselte ganze Familien von der Oma bis zum Enkel an den Bildschirm - bis zu 28 Millionen Menschen schauten pro Folge zu. Heute vor 30 Jahren ging die erste Folge der „Schwarzwaldklinik" im ZDF auf Sendung.

Die heile Welt

Sie war das Erfolgsrezept der Serie, die auf dem Mythos der Halbgötter in Weiß, auf Familienglück und dem Kampf um Leben basierte. Es waren Charaktere für jeden Geschmack dabei: der allseits beliebte Chefarzt Prof. Dr. Klaus Brinkmann (Klausjürgen Wussow), der auf jede noch so kniffelige Krankheitsfrage eine Antwort hatte, der „mal eben“ zum Operieren in die Klinik fuhr, der mit Schwester Christa (Gaby Dohm) trautes Familienglück lebte und der so sehr mit dieser Rolle verbunden wurde, dass er auch im realen Alltag nach ärztlichen Ratschlägen gefragt wurde.

Sein rebellischer Sohn Udo (Sascha Hehn), natürlich ebenfalls Mediziner und Frauenheld, der so schwungvoll wie niemand sonst ins weiße Cabrio sprang und in der letzten Folge mit Schwester Elke (Barbara Wussow) vor dem Traualtar landete.

Es waren aber auch die Nebenrollen, die zum Erfolg beitrugen: die polternde Haushaltshilfe Carsta Michaelis, die zickige Oberschwester Hildegard, der liebenswerte Pfleger Mischa, das verträumte Fräulein Meislein. Die Namen dieser Figuren kennen Millionen Fernsehfans bis heute.

Die Drehorte

TV-Paradies im Schwarzwald: Die ehemalige Kurklinik im Glottertal bei Freiburg. Foto: dpa

Strotzten vor Deutschland-Idylle und Schwarzwaldromantik durch geschickt zusammengeschnittene Bilder von Drehorten, die eigentlich nicht in unmittelbarer Nähe zueinander lagen, so wie es im Fernsehen den Anschein hatte. Die Krankenhaus-Kulisse lieferte die ehemalige Kurklinik im Glottertal bei Freiburg - allerdings nur die Außenfassade. Heute ist dort eine psychosomatische Akutklinik untergebracht. Die Innenaufnahmen wurden in Filmstudios in Hamburg gedreht. Oft waren die Figuren am Titisee unterwegs - in 35 Kilometer Entfernung vom Glottertal. Und das Familienhaus der Brinkmanns stand in Grafenhausen am Schluchsee - 65 Kilometer von der Klinik entfernt.

Die Fortsetzungen

TV-Produzent Wolfgang Rademann hielt es mit der schwedischen Popgruppe Abba, die auch nie ein Comeback gab: Obwohl sehnsüchtig von den Fans gewünscht, obwohl jahrelang mit Unterschriftenaktionen gefordert: Die „Schwarzwaldklinik“ wurde nicht fortgesetzt. Es blieb bei den 73 Folgen, die zwischen 1985 und 1989 ausgestrahlt und in 38 Länder verkauft wurden. Einzige Ausnahme: Zum 20. Jubiläum gab es 2004 und 2005 zwei neue Episoden, die noch einmal je 14 Millionen Zuschauer vor den Fernseher lockten. Kleiner Trost für alle Fans: In drei Jahrzehnten hat das ZDF die Serie bislang elfmal wiederholt. Und im Internet gibt’s bei Youtube alle Folgen in voller Länge.

Die Darsteller

Sascha Hehn: Dr. Udo Brinkmann

Der 61-Jährige ist im Fernsehen heute am präsentesten. Seit 2014 hat er als Kapitän Victor Burger auf dem ZDF-Traumschiff das Kommando, auf dem er ebenfalls in den 1980er-Jahren den „Chef-Steward“ gemimt hatte. Hehn spielt außerdem mit einer gehörigen Portion Selbstironie sich selbst in der ZDF-Sitcom „Lerchenberg“. Als Synchronsprecher lieh er dem grünen Monster Shrek im Kino seine Stimme. Er lebt mit Freundin Gloria Krass bei München.

Barbara Wussow: Schwester Elke

Die Tochter von Klausjürgen Wussow feierte als Schwester Elke mit der Schwarzwaldklinik ihren Durchbruch. Die Österreicherin ist regelmäßig in Fernsehproduktionen zu sehen und spielte zuletzt von Juni bis September eine Hauptrolle bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg an der Seite von Ralf Bauer. Wussow (54) ist seit 1990 mit dem Schauspieler Albert Fortell verheiratet, das Paar hat Sohn Nikolaus (13) und Tochter Johanna (10). Die Familie lebt in Wien.

Jochen Schroeder: Zivi Mischa

Der Bochumer war als liebenswerter Zivildienstleistender Mischa einer der Serienlieblinge der Schwarzwaldklinik und wirkte in mehr als 120 TV-Produktionen mit. Der 54-Jährige ist mit einem Tourneetheater unterwegs, nachdem er fast zehn Jahre lang die Boulevardtheater Comödie in Bochum, Wuppertal und Duisburg betrieben hatte. Zudem arbeitet er als Stoffentwickler, redaktioneller Berater und Autor. Mit Ehefrau Helga lebt er in seiner Geburtsstadt.

Hintergrund: Sie sind gestorben:

• Klausjürgen Wussow (Prof. Dr. Klaus Brinkmann/ starb 2007 mit 78)

• Eva Maria Bauer (Oberschwester Hildegard/ starb 2006 mit 82)

• Evelyn Hamann (Haushälterin Carsta Michaelis/ starb 2007 mit 65)

• Alf Marholm (Verwaltungsdirektor Mühlmann/ starb 2005 mit 87)

• Karl Walter Diess (Dr. Gerhard Schäfer/ starb 2014 mit 86)

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