Debüt um 20.15 Uhr als ARD-Kommissar

Til Schweiger im HNA-Interview: „Das ist kein Popcorn-Tatort“

Knallharter Kerl mit Fäusten wie ein Boxer: Kommissar Nick Tschiller (Til Schweiger) ist am Sonntag zum ersten Mal im Hamburger „Tatort“ zu sehen. Foto: ndr

Mit seinen Komödien wie „Kokowääh“ lockt Til Schweiger ein Millionenpublikum in die Kinos. Am Sonntagabend um 20.15 Uhr will es der 49-Jährige auch im Fernsehen wissen, wo er einst in der ARD-„Lindenstraße“ begann. Als Ermittler Nick Tschiller gibt Schweiger am Sonntag seinen Einstand im „Tatort“.

„Willkommen in Hamburg“ heißt die Episode, die Action-Spezialist Christian Alvart nach einem Buch von Christoph Darnstädt inszenierte. Wir sprachen mit dem Schauspieler.

Herr Schweiger, der Medienrummel um die neue „Tatort“-Folge war enorm. Sind Sie vor der Ausstrahlung aufgeregter als beim Kinostart von „Kokowääh 2“?

Schweiger: Nein, beim Kinostart bin ich viel aufgeregter, das ist schließlich mein eigenes Baby. Beim „Tatort“ bin ich lediglich der Schauspieler, der eine Rolle übernimmt, aber das ist letztlich nicht mein Film. Deswegen sehe ich das ziemlich gelassen.

Sind Sie mit dem Prädikat „Popcorn-Tatort“ einverstanden?

Schweiger: Nur weil es zwei, drei Momente gibt, bei denen man lachen kann, ist das für mich kein „Popcorn-Tatort“. Ich sehe das als einen sehr spannenden Thriller, der eine Bereicherung für dieses bewährte Format darstellt. Die Erzählform bietet dem Zuschauer etwas Neues, weil es hier eben nicht mehr um die klassische Frage „Wer war der Täter?“ geht.

Ihr erstes Wort im Hamburg-„Tatort“ lautet „Fuck“. Ist das die Hommage an den Kult-Kommissar Schimanski und Götz George, dessen Einstand einst mit einem „Scheiße“ begann?

Schweiger: Dieses „Scheiße“ von Schimanski war damals eine kleine Revolution im Fernsehen. Ein heutiges „Fuck“ ist weitaus harmloser, das hat sich längst eingebürgert. Unser Drehbuchautor wollte es dennoch als kleine Verbeugung einbauen. Mir gefiel diese Idee, denn Schimanski war etwas Besonderes und für mich damals die spannendste „Tatort“-Figur.

Was sagen Sie zu dem ganzen Hype, den diese Serie umgibt? Diverse Medien haben einen Live-Ticker zur Ausstrahlung und auf Twitter wird massenhaft kommentiert.

Schweiger: Es ist schon ein Phänomen, wie sehr das Interesse an dieser Serie explodiert ist, die es ja seit über 40 Jahren gibt. Ein Grund liegt sicher in der Boulevardisierung der Leitmedien. Für den gedruckten „Spiegel“ etwa war Unterhaltung nie ein großes Thema, bei „Spiegel Online“ geht es fast ständig darum. Es geht darum, Klicks zu generieren, und da bietet sich natürlich alles Populäre an. Der „Tatort“ ist extrem populär. Ich lasse mich lieber von einem Film mit auf eine Reise nehmen, wie soll das aber gehen, wenn ich die ganze Zeit dazu twittere?

Was hat es mit dem seltsamen Namen auf sich? Nick Tschiller, weil er gern chillt?

Schweiger: Namen für Figuren zu finden, ist enorm schwierig, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ursprünglich hieß der Ermittler Nick Tschauder, was aber niemandem besonders gefiel. Ich fand Schiller ganz gut und irgendjemand hat daraus Tschiller gemacht.

Wie geht es weiter mit Tschiller?

Schweiger: Bislang habe ich für vier Folgen unterschrieben - vielleicht werden ja auch 40 daraus. Die Geschichte für die nächste Episode steht bereits, am Drehbuch wird geschrieben.

Wie steht es um das Hollywood-Remake von „Koko-wääh“ mit Bradley Cooper?

Schweiger: Bislang ist nur klar, dass Cooper die Hauptrolle spielt und als Produzent auftritt. Ob er auch die Regie übernimmt, steht noch nicht fest. Ich selbst bin künstlerisch nicht beteiligt, sondern werde als Produzent dabei sein.

Wo sind Sie am Sonntagabend um 20.15 Uhr?

Schweiger: Ich sitze natürlich zu Hause vor dem Fernseher und schaue „Tatort“. Ob ich dazu ein paar Freunde einlade, werde ich ganz spontan entscheiden.

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