Schweinerei mit Schotty: Der "Tatortreiniger" im NDR

Wiedersehen am Tatort: Wiebke (Fritzi Haberland) und Schotty (Bjarne Mädel). Foto: ndr

Bjarne Mädel ist einer der komischsten Typen im deutschen Fernsehen: Der Schauspieler brilliert nicht nur in "Mord mit Aussicht" im Ersten, sondern endlich auch wieder als "Tatortreiniger".

Wenn der „Tatortreiniger“ eines gelernt hat, ist es die Erkenntnis, dass Männer Schweine sind. Auch in der neuen Folge der NDR-Comedyreihe muss Bjarne Mädel als Heiko „Schotty“ Schotte wieder Blut und Scherben wegmachen. Die aufgelöste Frau, die er im Ferienhaus antrifft, redet von einem Schwein, das alles angerichtet habe. Schotty denkt, ein Mann sei der Täter gewesen.

Es dauert eine Weile, bis die Verwechslung aufgeklärt ist. Schotty sagt: „Wenn Sie von Anfang an Wildschwein gesagt hätten, wär alles okay gewesen.“ Das ist der saukomische Auftakt zur neuen Staffel des „Tatortreinigers“.

Genau genommen ist es sogar die erste richtige, zusammenhängende Staffel. Zwar haben Regisseur Arne Feldhusen („Stromberg“), Autorin Mizzi Meyer und Hauptdarsteller Mädel seit der ersten Folge 2011 so ziemlich jeden Preis gewonnen, den es für lustige Unterhaltung in Deutschland zu gewinnen gibt. Aber der NDR platzierte das kleine Fernsehjuwel mal hier und mal dort im Programm. Manchmal liefen Erstausstrahlungen um vier Uhr morgens.

Dabei hat die Serie eine stattliche Anhängerschaft. Allein bei Facebook sind es knapp 200.000 Fans - fast 30.000 mehr als bei der „Lindenstraße“. Mädel beklagte sich über die Willkür der Verantwortlichen, die nun ein Einsehen haben. Allein an diesem Donnerstag (22 Uhr) gibt es drei Folgen. Bis Anfang Januar folgen jeweils mittwochs fünf weitere neue Ausgaben sowie zwei Wiederholungen.

Feldhusen inszeniert die Geschichten als jeweils 25-minütiges Kammerspiel mit viel schwarzem Humor, aber auch mit leisen Momenten. Der Zuschauer haut sich nicht auf die Schenkel, sondern staunt mit einem Dauerlächeln über die große Kunst von Mädel, die man auch in der ARD-Krimiserie „Mord mit Aussicht“ erleben kann.

In jeder Folge wechseln sich Theaterschauspieler und Stars wie Charly Hübner ab. In „Schweine“ spielt die tolle Fritzi Haberland die aufgelöste Wiebke. Irgendwann merken sie und Schotty, dass sie vor 15 Jahren mal ein Paar waren. Wie sie kleinkariert und nachtragend ihre Beziehung von einst aufarbeiten, das macht sehr viel Spaß. Auch deswegen, weil sich der jetzige Mann von Schottys einstiger Liebe doch noch als Schwein entpuppt.

Von Matthias Lohr

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