Schweiß und Adrenalin: Metal-Festival im Kasseler K 19

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Dazu braucht es einiges Können: Die Kamikaze Kings mit Sänger Elmo Kamikaze. Foto: Zgoll

Kassel. Dezibelstark wurde der Tag der Arbeit beim Casseler Heavy May Festival im K19 begangen. Beim Eingang gab es Muffins und Zitronenkuchen, drinnen ging es weniger süß zu. Zum Beispiel bei den Musikanten der Berliner Band Kamikaze Kings, die sich selbst als Pornrocker bezeichnen.

„Rock’n’Roll, Sex, Schweiß und Adrenalin pur“ sind laut Eigendefinition die Zutaten der Gruppe um den Entertainer Elmo Kamikaze. Zu sehen waren bizarre Outfits, nackte Männerbrüste und zwei Tänzerinnen, die bei einem Stück namens „Master or Slave“ als Sadomaso-Pärchen posierten. Porno? Alles halb so wild, eher lustig, wenn auch nicht für ungeschützte Ohren.

Nun mag man herumrätseln, ob extreme Musikstile ihren Sinn darin haben, die dunklen Seiten der menschlichen Natur spielerisch auszuleben. Fakt ist, dass das Metal-Genre keineswegs so primitiv ist, wie seine Verächter annehmen. Wenn der Schlagzeuger mit beiden Füßen ein Basstrommel-Inferno veranstaltet und der Gitarrist durch Arpeggien flitzt, braucht es einiges Können.

Ganz zu schweigen von der Disziplin, die Metaller benötigen, um druckvoll die charakteristischen Rhythmuswechsel rüberzubringen. Damit punktete die Kasseler Band Mesmerized. Gekonnt wechselte sie von hart auf melodisch, und Frontmann Arnim, ein Hüne mit Sonnenbrille, kostete extreme Tonlagen aus. Headbangen war angesagt.

80 Fans feierten im K19, fünf Bands ließen es krachen: Tumult (Kassel) und Limelight Fire (Bielefeld) sowie die beiden genannten Formationen und zu vorgerückter Stunde noch Jet Läg aus Lemgo.

Die Band um Frontröhre Jenny JetBlack spielte neben eigenen Stücken Coverversionen wie Mötley Crües „Too Fast for Love“. So laut kann eine Zeitreise in die 80er-Jahre sein.

Von Georg Pepl

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