Schweizer Ärger: Letzter „Tatort“ vor der Sommerpause

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Sind nigerianischen Drogendealern in Luzern auf der Spur: Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser, von links), Drogenfahnder Franz Hofstetter (Andreas B. Krämer) und Kommissarin Liz Ritschard (Delia Mayer).

Für „Tatort"-Fans beginnt die härteste Zeit des Jahres. Die Schweizer Folge „Schutzlos" ist die letzte vor der Sommerpause. Bis zum 6. September gibt es nur Wiederholungen.

Gibt es den „Tatort“ aus Luzern überhaupt noch? 

Ja - zur Überraschung vieler Kritiker. Mit durchschnittlich 5,6 Millionen Zuschauern liegen die Kommissare Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) in der Quoten-Tabelle abgeschlagen auf dem letzten Rang aller 21 „Tatort“-Standorte. Auch inhaltlich gibt es viel Kritik. Bei den Eidgenossen halten sich darum hartnäckig Gerüchte, dass der SRF seinen „Tatort“ mit neuem Personal nach Zürich oder Bern verlegen könnte. Zuletzt sagte Urs Fitze, Bereichsleiter Fiktion beim SRF: „Stefan Gubser ist bekannt, dass wir in die Zukunft gucken und uns einen anderen ,Tatort’ vorstellen können.“ Im Fußball klänge so ein Satz nach baldiger Entlassung.

Um was geht es in „Schutzlos“? 

Um den 18 Jahre alten Asylbewerber Ebi, der allein aus Nigeria in die Schweiz kam, dort als Drogendealer arbeitete und erstochen unter einer Brücke gefunden wird. Flückiger und Ritschard treffen auf verängstigte Flüchtlinge, viele Vorurteile und natürlich auch auf ihren Chef, den Regierungsrat Eugen Mattmann (Jean-Pierre Cornu), dem eine Asylpolitik der Abschreckung wichtiger ist als die Aufklärung des Mordes. Flückiger wird zudem von panikartigen Kopfschmerzen geplagt.

Wer hat sich den „Tatort“ ausgedacht? 

Regisseur und Drehbuchautor Manuel Flurin Hendry (41) war 2009 auch für den sehenswerten Frankfurter Fall „Neuland“ mit Jörg Schüttauf und Nina Kunzendorf verantwortlich. Diesmal setzt er auf viel Nähe und verwackelte Bilder mit der Handkamera.

Was lernen wir aus dem Fall? 

Dass Drehbuchautoren bei der Namenswahl vorsichtig sein müssen. Ein skrupelloser Junkie und Waffenhändler heißt im Film Sepp Rieder. Das erzürnt den bekanntesten Luzerner Seelsorger Sepp Riedener, der sich seit Jahren für Arme und Drogenabhängige einsetzt. „Das ist weit unter der Gürtellinie und trifft mich sehr“, sagte er.

Lohnt es sich einzuschalten? 

Kopfschmerzen wie Kommissar Flückiger bekommt man nicht, aber man hat auch schon bessere Folgen gesehen. Fans der Band The Notwist sollten sich den „Tatort“ auf jeden Fall anhören. Die Indietronic-Formation aus dem oberbayerischen Weilheim war mit dem Schweizer Beat Solèr für die Musik verantwortlich. Das Gefrickel klingt fast so gut wie der Notwist-Soundtrack zu Hans-Christian Schmids Drama „Sturm“, für den es 2010 den Deutschen Filmpreis gab.

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