Pralle Effekte: Die Classic Night in der Königs-Galerie mit italienischer Opernmusik

Das Schwelgen in Melodien

Ungewohnte Perspektiven: Blick aufs Staatsorchester unter Patrik Ringborg bei der Classic Night in der Königs-Galerie. Foto: Schoelzchen

Kassel. Ein gesellschaftlich-musikalisches Ereignis ist die Classic Night in der Königs-Galerie. Und sie eröffnet neue Hör- und Blickwinkel. Je nach Platz sieht man das Staatsorchester von oben oder von der Seite - ein gänzlich anderer Eindruck als beim „normalen“ Konzert. Wer etwa im Basement einen Sitzplatz mit Nummern um die 100 hatte, befand sich direkt hinter den Kontrabassisten, nicht weit entfernt auch vom Schlagwerk, das manch starken Auftritt hatte. Wahre Donnerschläge erschütterten, bevor die Wahrsagerin Ulrica in Giuseppe Verdis „Maskenball“ finster den König des Abgrunds beschwor.

Italienische Opernmusik mit all ihren Herrlichkeiten an prallem Effekt und schwelgerischer Melodik stand auf dem Programm - von Generalmusikdirektor Patrik Ringborg und vom Orchester dynamisch zur Wirkung gebracht. Ein Glanzstück war etwa das Intermezzo aus Giacomo Puccinis „Manon Lescaut“, doch selbstverständlich gab es nicht nur Instrumentales und die charmanten Anekdoten der Moderatorin Insa Pijanka.

Zwei Solistinnen stellten optisch wie stimmlich fast schon Archetypen der Oper dar. Die Helle und die Dunkle. Die reine, leidende und die unheilvolle Frau. Vokale Wärme, lyrischen Schmelz, aber auch dramatische Kraft steuerte Sopranistin Nina Bernsteiner als Verdis Desdemona, Puccinis Liu und - in der Zugabe - Alfredo Catalanis Wally bei, während Inna Kalinina eindrucksvoll den dunklen Part (Verdis Ulrica sowie die Fürstin von Bouillon aus Francesco Cileas „Adriana Lecouvreur“) verkörperte. Viel Beifall der rund 1000 Gäste.

Von Georg Pepl

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