Schwermütige Folkballaden:

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Skurriler Auftritt: Jenny Roos und Pär Hagström von „Next Stop: Horizon“. Foto: Fischer

Kassel. Nein, gut bürgerliche musikalische Hausmannskost boten die vier Mitglieder der schwedischen Popband Next Stop: Horizon ihren 40 Zuhörern am Dienstagabend im Schlachthof sicherlich nicht. Wer die Ankündigung gelesen hatte, wird das vermutlich auch nicht erwartet haben.

Bandleader Pär Hagström, mit mächtigem und derzeit wieder trendigem Rauschebart, trug ein gewagtes Outfit mit Glitzer-Sakko, Hochwasser-Hose, Wollsocken, bunten Turnschuhen, und auch seine Begleiter wussten im Flohmarkt-Chic zu gefallen. Passend dazu hatte die Band ein reichhaltiges und ausgesuchtes Vintage-Instrumentarium mitgebracht. Wo sieht man schon mal ein echtes Harmonium?

Dass es sich bei den vier Protagonisten jedoch nicht um spinnerte Dilettanten handelte, bewiesen sie in ihrem 100-minütigen Konzert. Sänger/Gitarrist/Komponist Hagström und Jenny Roos (Harmonium, Percussion, Gesang) hatten sich für ihre Tour mit einem Drummer und einer singenden Keyboarderin verstärkt, die auch die mitunter dröhnenden Basstöne beisteuerte.

Überwiegend stellte die Band Stücke ihres neuen Albums „The harbour, my home“ vor, die sich kurzweilig und erfindungsreich präsentierten. Da gab es mehrstimmige, eingängige Gesangsmotive zu hören, ebenso krumme und trotzdem pulsierende Taktarten sowie überraschende Liedenden. Schnelle Tanzstücke wechselten sich ab mit schwermütigen Folk-Balladen über das Ende der Welt oder das für Gold weggegebene Herz.

Zwischendurch hatte das Publikum seinen Spaß mit den skurrilen Anekdoten in Denglisch mit schwedischem Akzent über Eiscafés, heiße Duschen, den Schwarzwald und den Holzmichel.

Mit vier Zugaben wurden die zufriedenen Zuhörer fürs Kommen belohnt.

Von Wolfgang Wollek

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