Blues vom Feinsten mit Delta Moon im Theaterstübchen 

Frischer Minimalismus: Der Auftritt von Mark Johnson (von links), Tom Gray und Marlon Patton hatte es in sich. Foto:  Fischer

Kassel. Die vier Musiker der Band Delta Moon schnitzten bei ihrem Konzert im Theaterstübchen so gekonnt kunstvolle Blues-Ornamente aus dem musikhistorischen Südstaaten-Gebälk der USA, dass sie auf jegliches Raum-Tuning mit Halleffekten und Breitmachern verzichten konnten.

Es war eine staubtrockene Angelegenheit, die Theaterstübchen-Macher Markus Knierim am Montagabend in seinem Club präsentierte: Im Spannungsfeld zwischen spröder Soundgestaltung, rhythmischer Raffinesse und fein geerdeter Spielkultur marschierte der Mississippi-Wanderzirkus um den Gitarristen und Sänger Tom Gray durch ein stilistisch üppig bewachsenes Gebiet, dessen Erkundung den vielen Gästen sichtlich Freude bereitete.

Frisch und leidenschaftlich

Geschicktes Bottlenecking und abwechslungsreiche Slide-Techniken sorgten für eine modern aufbereitete Bluesatmosphäre, zu der auch die schnellen Chicago-Beats und die Open-Tuning-Klangcharakteristik der Gitarren beitrugen. Höhepunkte setzten Gray und sein Partner Mark Johnson während ihrer Parallel-Soli, während Bassist Franther Joseph und Schlagzeuger Marlon Patton ein grundsolides Fundament legten.

Puristischer Minimalismus durchzieht die Kompositionen ihrer aktuellen CD „Black Cat Oil“, und obwohl sie sich längst nicht so weit aus dem Fenster lehnen wie ein Buddy Guy oder John Mayer, strahlen die Songs frisch und leidenschaftlich. Tom Grays Stimme klingt wie die von Eric Clapton nach einer durchzechten Nacht. Und ab und an verirrt sich auch mal ein Popakkord oder ein Jazzbeat in die Arrangements. Das passte aber alles so gut zusammen, dass sich die Gäste vehement eine Zugabe erklatschten, die es dann in sich hatte. Mit „Who do You Love“ (Bo Diddley) gaben Delta Moon noch einmal Vollgas und drückten viel Schwung in den Partykeller.

Von Andreas Köthe

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