Sebastian Studnitzky ließ in Kassel musikalisch die Sonne scheinen

Streichersound als Begleitung: Trompeter Sebastian Studnitzky im Theaterstübchen. Foto: Fischer

Kassel. Solbakken ist ein schattiger Ort in Norwegen, an dem allenfalls fünf Minuten am Tag die Sonne scheint. Dann kommen die Leute aus dem Haus und wärmen sich kurz im Sonnenlicht.

Bei Sebastian Studnitzky scheint eigentlich immer die Sonne. Nicht diese kitschige Capri-Sonne, auch nicht die stechende Wüstensonne, sondern eine, die Seele und Geist erwärmt, ohne einen schwitzen zu lassen oder gar zu verbrennen.

Solbakken hieß die zweite Zugabe, die Studnitzky am Dienstag im Theaterstübchen gab, begleitet von einem klassischen Streicherquartett und seinem langjährigen Bassisten Paul Kleber. Eine Zugabe, die offensichtlich nicht geplant war, aber die Leute wollten einfach noch mehr hören von dieser intensiven Musik.

Studnitzky hat einen einzigartigen, persönlichen Sound auf Trompete und Klavier entwickelt: Sensibel, weich, warm, wohlig und schlicht schön sind Adjektive, mit denen sein Stil nur unzureichend beschrieben wäre, denn er driftet bei aller Sanftheit nie in seichte Fahrwasser ab. Er lotet konsequent musikalische Möglichkeiten aus.

Bei seinem jüngsten Projekt lässt er sich von Streichern begleiten: zwei Violinen (gespielt von Olga Pak, David Castrillo), Viola (Tomoe Imazu) und Violoncello (Anna Egger). Gelegentlich untermalt er das mit Elektrosounds, die das rhythmische Fundament und die Klangoptionen erweitern. Im Duo mit Kleber wird improvisiert, wobei sich intensive und spannende Dialoge entwickeln, die so auf den CDs nicht zu hören sind und das Live-Erlebnis im Theaterstübchen zu einem weiteren Genuss werden ließen. Man muss das alles auf sich wirken lassen - wie die Sonne in Solbakken. Schön, dass es länger dauert als nur fünf Minuten.

Im nächsten Jahr wird Studnitzky ein Kammerorchester mitbringen: Dann findet das Konzert in der Karlskirche statt.

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