Sehr gut aufgestellt

„La clemenza di Tito" zeigt Qualitäten des Kasseler Opernensembles

Eindringlich: Hulkar Sabirova als Vitellia (links) und Ulrike Schneider als Sextus in „La clemenza di Tito“. Foto: Klinger

Kassel. Eine spannungsreiche Kombination von Klassik und Moderne beeindruckte bei der Wiederaufnahme von „La clemenza di Tito“ im Kasseler Opernhaus.

In der Produktion, die erstmals 2010 herauskam, erklingen neben Mozarts Musik die neuen Rezitative des zeitgenössischen Komponisten Manfred Trojahn.

Trojahns brodelnde Neuvertonungen der Rezitativ-Texte sind ein Gewinn für die verwickelte Geschichte, in der ein brutaler Staatsstreich zum Prüfstein für die Großherzigkeit des Kaisers Titus wird. Und sie sind kein Sakrileg an Mozart, da die ursprünglichen, eher konventionellen Rezitative von einem Schüler des Musikgenies stammen.

Das Publikum kann alle Mitwirkenden ganz direkt erleben, was angesichts des hohen Niveaus ein pures Vergnügen ist. In der kammerspielhaften Inszenierung von Johannes Schütz befinden sich Orchester und Chor auf der Bühne, während die Sänger darüber in einem hell leuchtenden Schaukasten agieren.

Von der früheren Besetzung sind Ulrike Schneider (Sextus) und Maren Engelhardt (Annius) wieder dabei – beide bestens bewährt.

Aber auch die neuen Mozart/Trojahn-Sänger zeigen, wie gut das Kasseler Opernensemble derzeit aufgestellt ist. Hulkar Sabirova leiht ihre Prachtstimme der „Femme fatale“ Vitellia. Tobias Hächler lässt mit schlank-wendigem Tenor die Titelpartie des Titus aufblühen. Bénédicte Tauran (Servilia) empfiehlt sich mit anmutiger Sopran-Delikatesse. Hinzu kommt Marc-Olivier Oetterli in der kleinen Rolle des Publius.

Der Dirigent Alexander Hannemann und das Staatsorchester sind souveräne Grenzgänger zwischen den Stilen. Da die Musiker auf der Bühne sind, kann man ihr Engagement auch mal bei einer Opernaufführung sehen. Und es gab solistischen Glanz, allen voran von Sabine Neher (Klarinette) und Alfred Wurm (Bassetthorn). Langer Beifall im leider nur halbvollen Opernhaus.

Weitere Vorstellungen: 8.2. (16 Uhr) und 13.3. (19.30 Uhr). Weil derzeit auch „Die Zauberflöte“ auf dem Spielplan steht, bietet das Staatstheater einen Mozart-Spezial-Preis an: Wer eine Karte für die eine Mozart-Oper kauft, bekommt die Karte für die zweite Mozart-Oper zum halben Preis.

Karten: 0561/1094222.

Von Georg Pepl

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