40 Jahre nach seinem rätselhaften Ende würdigt ein Comic den Sänger Jim Morrison

Der Tod war sein Begleiter

Rock-Ikone und Sex-Symbol: Doors-Sänger Jim Morrison (1943-1971) schrieb dunkle Texte über den Tod. Dazu passen die Bilder der Comic-Biografie „Jim Morrison - Poet des Chaos“ (rechts). Foto: dapd

Als Jim Morrison das erste Mal verliebt war, spürte er, dass es etwas gab, das er noch mehr lieben würde. Es war 1958 in Virginia, wo sich der spätere Sänger der Band The Doors in die schöne Tandy verliebt hatte. Einmal spazierte der 15-Jährige mit ihr über eine hohe Brücke. Als er auf dem Geländer balancierte, schrie seine Freundin panisch, aber Morrison erwiderte nur: „Hab keine Angst, Tandy! Der Tod macht uns zu Engeln.“

Der Tod war sein ständiger Begleiter, so erzählen es der Autor Frédéric Bertocchini und der Zeichner Jef in ihrer Comic-Biografie „Jim Morrison - Poet des Chaos“, die pünktlich zum 40. Todestag des Rockhelden erschienen ist. Jeden Tag habe Morrison an den Tod gedacht, heißt es im Text zu den düsteren Bildern, die skizzenhaft und zurückgenommen wirken und damit perfekt passen zu dem unvollendeten Künstler.

Die Umstände seines Todes sind bis heute ungeklärt. Was sich am 3. Juli 1971 in Paris abgespielt haben soll, erzählte seine Freundin Pamela Courson so: Sie habe den schwer atmenden Alkoholiker aus dem Schlaf geweckt und unter die Dusche gestellt, wo er sich erbrach. Sanitäter konnten später nur noch den Tod feststellen. Allerdings soll Courson zuvor erst ihren Dealer angerufen haben. Bis heute glauben Fans, dass Morrison ermordet wurde.

Bertocchini und Jef verzichten in ihrer Graphic Novel auf das Ende. Sie zeigen den verfetteten und drogenkranken Helden, wie er wenige Wochen zuvor in einer Pariser Bar sitzt und auf sein Leben zurückblickt: auf den Autounfall, der ihn als Vierjähriger traumatisiert, auf seine Kindheit als Sohn eines US-Soldaten, dessen Familie häufig umzieht, und auf den Aufstieg mit den Doors zu einer der wichtigsten Bands der Rockgeschichte.

Von 1965 bis 1973 erweiterte die Band mit Hits wie „Light My Fire“ den Rock um Elemente des Jazz und der Klassik. Und mit so ziemlich allen Drogen, die es gab, erweiterten die Musiker für sich die Pforten der Wahrnehmung, über die Morrison seine Texte schrieb.

Das konnte nicht gut gehen. Während Morrison wie viele andere Rockstars mit 27 starb, machten seine Ex-Kollegen Ray Manzarak und Robby Krieger weiter: Den Bandnamen dürfen sie nicht verwenden, trotzdem spielen sie morgen in Paris sowie in Köln (15.7.) und Frankfurt (19.7.) nur alte Doors-Hits.

Frédéric Bertocchini, Jef: Jim Morrison - Poet des Chaos. Splitter-Verlag, 120 Seiten, 16,80 Euro . Wertung: !!!!:

Von Matthias Lohr

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