Jochen Faulhammer dirigierte in der Kreuzkirche nicht nur, sondern sang auch versiert Bass-Arien

Chorleiter Jochen Faulhammer sprang als Sänger ein

Bekam langen Beifall von 300 Konzertbesuchern: Die Sänger der Kreuzkirchenkantorei mit Leiter Jochen Faulhammer (rechts). Foto: Schachtschneider

KASSEL. Wenn ein Künstler kurzfristig ausfällt, wird es brenzlig. So geschehen beim Chorkonzert in der Kreuzkirche. Jochen Faulhammer, Leiter der Kantorei der Kreuzkirche, verdiente sich viel Extralob, weil er als versierter Sänger kurzfristig die Bass-Arien übernahm.

Zwei Werke des 18. Jahrhunderts bekamen 300 Konzertbesucher zu hören. Das erste erinnerte einmal mehr daran, welcher Schatz an expressiver Musik in Johann Sebastian Bachs Kantaten steckt. So auch in „Schau lieber Gott, wie meine Feind“ aus dem Jahr 1724.

Daran faszinieren die plastische Ausdeutung des Textes und die kühne Harmonik, auch wenn der Aufwand für den Chor relativ gering ist und ihm nur Choralsätze zufallen. Eine gut lösbare wie lohnende Aufgabe für die engagierte Kantorei. Allerdings zeigte die furiose Tenorarie „Stürmt nur, stürmt, ihr Trübsalswetter“, dass diese geniale Musik nicht so einfach aufzuführen ist.

Klassisches Klangbild

Insgesamt überzeugender gelang Joseph Haydns „Stabat Mater“ (1767). Das Orchester, bestehend aus Musikern des Staatsorchesters und der freien Szene, sorgte für einen silbrig klassischen Klang. Gesangssolisten waren Michaela Krusche (Alt), die schlank timbrierte Sopranistin Anna Palupski, der doppelt geforderte Jochen Faulhammer und der hell wie deutlich klingende Tenor Florian Brauer.

Nicht zu vergessen: In einem Quartettsatz sang das junge Chormitglied Mario Jurczyk den Bass. Gekrönt wurde die gute Chorleistung von der Schlussfuge „Paradisi gloria“. Langer Beifall.

Von Georg Pepl

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