Neu im Kino: Matthias Schweighöfers einfältiges, biederes Regiedebüt „What a Man“

Matthias Schweighöfers "What a Man" - Selbstfindung für Softies

Weichei, wie es im Buche steht: Matthias Schweighöfer als Hauptdarsteller in seiner ersten Regiearbeit „What a Man“. Foto: Fox

Was der Schweiger kann, kann der Schweighöfer schon lange, mag sich letzterer gedacht haben. Schließlich gehört auch er ähnlich wie sein Vorbild zu den Publikumslieblingen des deutschen Kinos. Als Spielteilnehmer in Til Schweigers „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“ konnte Matthias Schweighöfer genau studieren, wie man als Hauptdarsteller, Drehbuchautor und Produzent sein ganz eigenes Projekt stemmt und mit dem bewährten Beziehungskomödienrezept Millionen willige Zuschauer ins Kino lockt.

Grundschullehrer Alex (Matthias Schweighöfer) ist ein postfeministisches Weich-ei, wie es im Buche steht. Zur Arbeit fährt er mit einem Miniklapprad, vor der Haustür steht ein „Smart“, und natürlich ist auch das Jackett eine halbe Nummer zu klein. Von seiner platinblonden Freundin Carolin (Mavie Hörbiger) lässt er sich willenlos herumkommandieren, bis diese sich nach sadomasochistischen Sexspielchen mit dem Macho-Nachbarn (Thomas Kretschmann) aus der Beziehung verabschiedet.

Verlassen und erniedrigt zieht Axel bei seiner besten Freundin Nele (Sibel Kekilli) ein. Die beiden kennen sich schon seit der ersten Klasse und allen außer Axel ist klar, dass hier vor ihm am Frühstückstisch seine Frau fürs Leben sitzt. Aber das Trennungsopfer muss erst einmal das angeschlagene, maskuline Ego verarzten.

Äußerst übersichtlich hat Schweighöfer seine Komödie „What a Man“ über die Männlichkeitskrise angelegt. Er schickt seinen Softie-Helden auf einen vorhersehbaren Selbstfindungskurs. Auch wenn die Dialoge vermeintlich flott und lässig daherkommen, ist die Geschichte vom Suchen und Finden der Liebe ungeheuer einfältig geraten.

Allenfalls punktuell originell, atmet Schweighöfers romantische Komödie formal wie inhaltlich eine Grundbiederkeit, die den amerikanischen Genrevorbildern in nichts nachsteht. Hinzu kommt, dass man Schweighöfer den Part des unsicheren Softies in keiner Weise abnimmt. Da hat sich Til Schweiger seine Rollen sehr viel passgenauer auf den durchtrainierten Leib geschrieben.

Ob die Schweiger-Nummer auch für den Schweighöfer aufgeht und „What a Man“ etwa an die Kassenerfolge von „Keinohrhasen“ anknüpfen kann, darf bezweifelt werden.

Genre: Komödie

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!:::

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

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