„Selbstironie ist wichtig“: David Hasselhoff über sein neues Album

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David Hasselhoff

Der Anblick weckt ungute Assoziationen. David Hasselhoff sitzt am Tisch seines Hotelzimmers in Berlin und verleibt sich ein Clubsandwich ein. Die Mittagsmahlzeit ähnelt jenem Cheeseburger, den er vor vier Jahren betrunken am Boden liegend in einem auf unklarem Wege ins Internet gelangten Videoclip zu sich nahm.

Heute jedoch ist der Mann, dem die Welt „Knight Rider“, „Baywatch“ und „Looking For Freedom“ zu verdanken hat, nüchtern und umwerfend agil. Wir unterhielten uns über sein neues Album „A Real Good Feeling“, die neue Freundin sowie die Kunst, sich zum Affen zu machen.

Sie könnten es sich auf Ihrer Ranch bequem machen. Warum tun Sie sich den Stress an?

David Hasselhoff: Weil der Stress gut für mich ist. Es wäre keine Alternative, zu Hause herumzusitzen. Da trete ich lieber in England auf, wo sie jetzt „Hoff-Parties“ veranstalten.

Ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber machen Sie jeden Quatsch mit?

Hasselhoff: Wo steht bitte schön das Gesetz, in dem festgelegt wird, wie sich ein Mann mit meinem Alter und Beruf angemessen verhält?

Nirgendwo.

Hasselhoff: Sehen Sie. Ich war auf Tournee und habe jede Minute genossen. Ich hatte niemals damit gerechnet, dass so viele Kids zu den Shows kommen. Ich hatte eher ein Publikum im Alter von 45 und aufwärts erwartet, solche typischen Schlagerfans. Aber nein, die Leute waren so alt wie meine Töchter, sie wollten Spaß und Rock’n’Roll.

Ihr Album bietet Schlagermusik mit englischen Texten und wird auch in einer Partyversion angeboten. Wozu?

Hasselhoff: Für die Kids. Um ehrlich zu sein, verdiene ich mit den Alben wahrscheinlich weniger, als ich mit T-Shirts und Postern bei den Konzerten einnehme.

Sind Sie so fit wie vor 20 Jahren, als Sie in der Badehose und mit Pamela Anderson „Baywatch“ gedreht haben?

Hasselhoff: Ha, alle denken, ich hätte in „Baywatch“ ein knappes Badehöschen getragen. Stimmt nicht. Ich trug immer Shorts, außer in einer einzigen Folge.

Flirten Sie mit Ihren Fans?

Hasselhoff: Na ja, manchmal. Aber sie sind jung, und oft jünger als sie aussehen.

Wie jung ist zu jung?

Hasselhoff: Meine Töchter Taylor Ann und Hayley sind 21 und 18. Also, ich sage nicht, dass sie nicht jünger sein dürfen als die beiden. Ich ziehe die Grenze stattdessen bei 30.

Da trifft es sich ja gut, dass ihre neue Freundin, ein britisches Teilzeitmodel namens Hayley Roberts, 31 ist.

Hasselhoff: Schelm! Ich sitze in London in der Jury der Castingshow „Britain’s got Talent“ und habe im West End in „Peter Pan“ den Captain Hook gespielt. Und ja, ich habe dieses Mädchen kennengelernt.

Ist sie Ihre Freundin?

Hasselhoff: Das wird sich zeigen. Es ist jedoch gerade blöd für sie - die Presse klopft an die Türen ihrer Eltern.

Sie haben jüngst einen Vortrag an der Uni in Oxford gehalten. Was war Ihr Thema?

Hasselhoff: Es ging um positives Denken. Nehmen wir das Video, in dem ich besoffen den Burger aß. Inzwischen denke ich, dass mich dieses unselige Filmchen wieder berühmt gemacht hat. Okay, manchmal werfen welche mit Hamburgern nach mir.

Ist das nicht entwürdigend?

Hasselhoff: Nein. Selbstironie ist wichtig in meinem Beruf. Ich fordere diese Leute lediglich auf, besser zu zielen.

David Hasselhoff: A Real Good Feeling (Ariola/ Sony)

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