Manu Katché am Freitag im Kulturzelt gefeiert

Sensibler Meister des Schlagzeugs

Kultiviertes Spiel: Manu Katché beim Auftritt im Kulturzelt. Foto:  Malmus

Kassel. Das Schlagzeug gehört nicht unbedingt zu den Klangkörpern, die man feinfühligen Naturen zuordnet. Auf hohem Niveau gespielt aber kann daraus eine sensibel harmonierende Klanglandschaft werden, die rhythmische Poesie verströmt.

Der Schlagzeuger Manu Katché verzauberte am Freitag die Besucher im fast ausverkauften Kulturzelt. Er und seine ausgezeichneten Mitspieler Tore Brunborg (Saxofon), Alfio Origlio (Klavier/ Fender Rhodes) und Laurent Vernerey (Bass) lieferten ein Konzert der Extraklasse ab. Katchés sensibles, variationsreiches Spiel, seine Musikalität, seine technischen Möglichkeiten und diese Leichtigkeit, mit der er spielt, suchen seinesgleichen. Vor dem Genius zeigte sich zunächst der Spaßmacher. Das Publikum sollte das Konzert eröffnen. Er machte es vor, schnipste lächelnd mit den Fingern. Das Publikum folgte, und sanft verschmolzen die ersten Töne mit deren Geräuschkulisse.

Die Stücke stammten von den Vorgängeralben und dem aktuellen „Third Round“. Darauf wird man vergeblich nach Titelnamen suchen. Auch das Konzert verlief, ohne dass Katché viel sagte. So konnte man völlig in die Musik eintauchen: wundervoller Jazz mit einem Hauch Pop. Ein sanft schwebender Saxofonton, ein perlender Flügel, ein warm akzentuierender Bass und, als Bindeglied wie auch Kontrast, Katché im eloquenten Dialog mit Mitmusikern und Schlagzeug. Unglaublich, wie behände er im fließenden Übergang zwischen Ruhe und Dynamik seine Klangkörper erzählen ließ.

Besonderer Genuss: die Doppelung zwischen akustischen und optischen Effekten. Im Vordergrund der Musiker, im Hintergrund auf der Leinwand eine schwarz-weiße, verzerrte Projektion von ihm. Tosender Applaus und Zugaben. Katché bedankte sich: „Wir waren nur wegen euch so gut .“

Mittwoch, 19.30 Uhr: Rebekka Bakken. Kartentel.: 0561-203204.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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