Pressestimmen: „Setzt auf Mittel der Realsatire“

Klaus Sterns Göker-Doku „Versicherungsvertreter“ startet bundesweit

Kassel. In Kassel haben seit November fast 10 000 Besucher Klaus Sterns Dokumentarfilm „Versicherungsvertreter“ über die schillernde Karriere des Unternehmers Mehmet Göker gesehen. Bundesweit kommt der Film heute in die Kinos. Wir haben Pressereaktionen ausgewertet.

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Im Portal Filmstarts.de kommt Asokan Nirmalarajah zu folgendem Fazit: „Über 79 kurzweilige Minuten entfaltet Stern das aberwitzige Porträt einer beunruhigend sympathischen Persönlichkeit der Finanzwelt.“ Stern gelinge mit der „Inszenierung korrupter Yuppies“ eine „Geschichte von internationalem Kino-Format“. Mittel seien der sparsame Einsatz erklärender Untertitel, das Fehlen eines Off-Kommentars, die detailverliebte Kamera und die geschickte Montage. Nirmalarajah sieht „verblüffende Parallelen zum Genre des amerikanischen Gangsterfilms“ und zieht Vergleiche zu Gaunern der Filmgeschichte wie Gordon Gekko aus „Wall Street“ oder dem Mafioso Henry Hill in Scorseses „Good Fellas“.

Das Magazin „Cinema“ schreibt: „Stern porträtiert das sektenähnliche Imperium des größenwahnsinnigen Hallodris (...), offenbart aber auch Gier und Verschwendungssucht der Versicherungen.“

Göker schaute sich den Göker-Film an

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Das Unternehmen: MEG 24

Reinhard Lüke analysiert bei film-dienst.kim-info.de die ausschweifenden Partys von Gökers Firma MEG: „Man reibt sich verwundert die Augen, dass (...) auch Vorstandsvorsitzende großer deutscher Versicherungen diesen Göker-Shows mit glänzenden Augen beiwohnten.“ Sterns Erzählprinzip erklärt er so: „Dass auch diese Dokumentation (...) einen hohen Unterhaltungswert besitzt, hat damit zu tun, dass Stern auch auf das Mittel der Realsatire setzt.“ Im Fazit bewertet er den Film als etwas weniger gelungen als „Weltmarktführer“ und „Henners Traum“, was daran liege, dass Göker selbst „um einiges schlichter gestrickt ist“ als Sterns andere Protagonisten.

„Nicht nur ein Film, sondern auch eine Warnung“, bilanziert Thomas Engel bei programmkino.de, wo es Michael Meyns in einem weiteren, kritischeren Beitrag überzeugender gefunden hätte, wenn „Klaus Stern sich nicht nur darauf beschränkt hätte, sein Subjekt bei der Selbstentlarvung zu beobachten, sondern tiefer in das Geschäft der privaten Krankenkassen geblickt hätte“.

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Bei kino-zeit.de analysiert Kirsten Kieninger, „Göker ist das zentrale Kraftfeld des Films, ein hyperaktiver, ständig Phrasen dreschender (...) Alleinherrscher in seinem Imperium von speichelleckenden Gefolgsleuten (...), die sich auch mal eben das Firmenlogo für die Ewigkeit aufs Handgelenk tätowieren lassen, wenn der Chef das vormacht. In diese Maschinerie der geldgeilen Verblendung streut Stern mehrere ehemalige Mitarbeiter und Aussteiger ein, denen die Erfahrung zwischenzeitlich die Augen geöffnet hat.“

Beim ARD-Magazin „Titel Thesen Temperamente“ bilanziert Henning Biedermann: „Der Film ist die brillante Studie einer Branche im Vollrausch, die jahrelang von ungebremstem Wachstum träumte.“

Das Berliner Stadtmagazin „Tip“ lobt Stern für sein „untrügliches Gespür für von Vision, Gier und Größenwahn geschüttelten Charaktere“.

Im Magazin „epd Film“ arbeitet Silvia Hallensleben heraus, dass Stern zumeist Wirtschaftsthemen und das „Aufzeigen symptomatischer Deformationen in der Lebensweise seiner Helden“ im Blick hat. Mit Mehmet Göker als Protagonist habe er einen „fesselnden und kolportagewürdigen Vertreter der Spezies gefunden“. „Dabei brillieren Sterns ebenso faszinierte wie faszinierende Filme als unterhaltsame Kabinettstückchen in einem gemeinhin als trocken geltenden Bereich.“

Bali-Kino, Kassel, Samstag und Sonntag, 14.15 Uhr.

Göker steht nach Film Rede und Antwort

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