Akkordeonistin Lydie Auvray in Vellmar

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Eine Liebeserklärung an ihr Instrument: Die Akkordeonistin Lydie Auvray in Vellmar.

Vellmar. Chamäleon und Spitzbube, das sei ihr geliebtes Akkordeon. Die musikalische Liebeserklärung, die Lydie Auvray ihrem Instrument machte, stand denn auch im Mittelpunkt ihres Konzerts in Vellmar.

Das Lied, eins der wenigen, bei denen die französische Musikerin nicht „nur“ spielte, sondern auch sang, war der emotionale Höhepunkt des Abends im Festzelt des Sommers im Park.

Lydie Auvray identifiziert man mit dem Akkordeon wie kaum jemanden mit seinem Instrument. Die Künstlerin aus der Normandie, die Sehnsucht nach dem Meer hat, wenn sie fern davon ist, steht seit fast vierzig Jahren auf der Bühne, doch wie sie spielt, klingt frisch, wohl auch deshalb, weil sie einen weiten Bogen um alle Klischees macht, die sich aufdrängen, wenn man an die französischen Spielarten des Akkordeons denkt: laue Sommerabende auf dem Montmarte, der Tanz auf dem Dorf etc.

Doch ist sie deshalb keine Avantgardistin. In kleinen Dosen mischt sie traditionelle Elemente bei: Französisches, Portugiesisches, Karibisches. Immer ist authentisch, was dabei herauskommt: etwa bei „Les guingettes“, einer Hommage an die Ausflugslokale in der französischen Provinz oder bei dem „Chanson d’amour“, dem Liebeslied, das davon erzählt, wie unmöglich es ist, heute noch ein echtes Liebeslied zu schreiben.

Lydie Auvrays Können auf ihrem weißen, verzierten Instrument ist unanfechtbar. Sie atmet mit ihm, lässt es hauchen, seufzen, weinen, schluchzen, lachen, alles kann sie mit ihm sagen. Und so waren es auch die Solonummern, die eher berührten als die Lieder mit ihrer Band „Die Auv-rettes“.

Was nicht heißt, dass die vier ausgezeichneten Musiker mit Gitarre, Keyboard und Schlagzeug für eine Tournee verzichtbar wären. Markus Tiedemann, Gigu Neutsch, Eckes Malz und Harald Heinl boten weit mehr als Begleitung. Der große Schlussapplaus der 250 Zuschauer galt auch ihnen.

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