Wöchentlich im Dreierpack auf Pro7

Sex, Drogen und HipHop: Das ist der US-Serienhit „Empire“

Bei „Empire Records“ dreht sich alles nur um Musik und Intrigen: Die Mitarbeiter (von links) Vernon (Malik Yoba), André (Trai Byers) mit Ehefrau Rhonda (Kaitlin Doubleday), Cookie (Taraji P. Henson), Musik-Mogul Lucious (Terrence Howard, M.) und seine zweite Frau Anika (Grace Gealey), Jamal (Jussie Smollett), Becky (Gaboury Sidibe, r.) und Hakeem (Bryshere Y. Gray, vorn). Foto: pro7

Es geht um Geld, Macht und Intrigen, um Sex und Drogen. Doch vor allem geht es um haarsträubende Familiendramen. Das Szenario erinnert stark an die 80er-Jahre-Seifenoper „Dallas“.

Nur statt Ölbaron J.R. Ewing (Larry Hagman) ist es der herrschsüchtige HipHop-Mogul Lucious Lyon (Terrence Howard), der für den Fortbestand seines Familienunternehmens alles tun würde. Der Privatsender Pro7 zeigt die zwölfteilige erste Staffel des US-Serienhits „Empire“ wöchentlich im Dreierpack.

Lucious Lyon hat es geschafft: Der Afroamerikaner aus armen Verhältnissen hat über Jahre mühevoll sein Plattenimperium „Empire Entertainment“ aufgebaut. Dass er das Ganze mit dem Drogengeschäfte-Geld seiner Ex-Frau (Taraji P. Henson) finanziert hat, wissen offiziell nur die beiden. Doch nun kommt Cookie aus dem Gefängnis und will ihre Anteile an „Empire“ zurück. Und als wäre das für Lucious nicht schon Katastrophe genug, wird bei ihm die unheilbare Nervenkrankheit ALS festgestellt. Er hat noch drei Jahre zu leben. Um sein Lebenswerk zu sichern, schreckt Lucious vor nichts zurück, auch nicht vor Mord. Schließlich soll am Ende einer seiner drei Söhne die Firma erfolgreich weiterführen.

Die Kandidaten: der Älteste, André (Trai Byers), leidet an einer manisch-depressiven Persönlichkeitsstörung und ist mit einer Weißen verheiratet. Als Finanzgenie zieht er aber bereits einige Fäden in der Firma. Der zweitgeborene Jamal (Jussie Smollett) ist seit Kindertagen das liebste Hassobjekt seines Vaters. Er ist zwar ein hochbegabter Sänger und Songschreiber, aber schwul. Hingegen ist Nesthäkchen Hakeem (Bryshere Y. Gray) ein angehender HipHop-Star. Der aber verbringt seine Zeit lieber mit Partys, Alkohol und Frauen als im Studio.

Doch gerade dort spielt in „Empire“ im wahrsten Sinne des Wortes die Musik. Die Lieder, die in jeder Folge gesungen und gerappt werden, machen den ganz besonderen Charme der Serie aus. Und natürlich Cookie, die als zickige Diva in schrillen Outfits trotz allem das Herz am rechten Fleck hat und mit ihren derben Sprüchen immer den Kern der Sache trifft. Auch sonst zeigen die Filmemacher rund um Produzent Lee Daniels, der auch in einigen Folgen Regie führt, Spaß am Anstößigen und am politisch Inkorrekten. Doch schlagen sie auch ernste Töne an, beispielsweise beim Thema Homosexualität, die in weiten Teilen der USA nach wie vor ein Tabuthema ist, vor allem auch in der (schwarzen) HipHop-Szene.

Für den Privatsender Fox bedeutete „Empire“, das anderen Familiendrama-Serien verdächtig ähnelt und doch so anders ist, wohl gerade wegen seiner Ambivalenz einen Riesenerfolg: Mit 9,9 Millionen Zuschauern gestartet, stieg die Zahl beim Staffelfinale auf 17,6 Millionen. Und das, obwohl Weiße nur in Nebenrollen auftreten und bereits in Folge eins heiße Küsse zwischen Männern ausgetauscht werden – im prüden Amerika.

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