Shantel und das Bucovina Club Orkestra machen Party im Gleis 1

Ließ den Balkan-Pitbull von der Leine: Sänger Shantel im Gleis 1. Foto: Zgoll

Kassel. Wie heißt es bei Reinhard Mey: „Leute, nehmt eure Wäsche weg. Schließt die Gartentür zu. Musikanten sind in der Stadt!“

Diese Warnung schoss einem durch den Kopf, als Sänger und Gitarrist Shantel und sein Bucovina Club Orkesta im gut gefüllten Gleis 1 bei einem ersten Polkasprint den Balkan-Pitbull von der Leine ließen.

Gut gespielt lässt dieser hochprozentige Cocktail aus osteuropäischer Tanzmusik und Discopop alle Dämme brechen und führt direkt in das ekstatische Chaos. Dieser Sound legt dir den Arm um die Schulter, drückt dir die Flasche Wodka in die Hand und lässt dich mit den Hufen scharren, wie ein übermütiger Stier auf der Suche nach einem Abenteuer.

Rock- und Popmusik werden immer noch von Männern dominiert. Da macht der Mackersound von Shantel keine Ausnahme. Gegeltes Testosteron schwappte muskelbepackt von der Bühne und trieb Blechbläser im Hochgeschwindigkeitsmodus bis an die Grenze der Schmelztemperatur. Schlagzeuger Markus Darius peitschte ein und Sängerin/Keyboar-derin Tea Mikic sorgte für reichlich Frauenpower zwischen den auf Angriff gebürsteten männlichen Kollegen.

Bei „Disco Partizani“ kochte Shantel das Publikum mit langen Pausen hoch, um dann mit lautem Knall den Startschuss für eine gymnastische Daueroffensive der Gäste zu geben. Und bei „Disco Boy“ stürmte der ganze Saal mit durch die Refrainzeilen. Exkursionen ins Reich des Rock ’n’ Roll und der Countrymusik kamen satt, wirkten aber befremdlich.

Und dass der schmächtige Shantel mit arroganter Geste mehrere Tänzerinnen auf die Bühne holte, um sie dann ihrem Schicksal zu überlassen, fiel eher in die Kategorie „Musste jetzt nicht unbedingt sein“. Nach mehreren Zugaben war Schluss, und das Gleis 1 hatte sich als Veranstaltungsort für Livekonzerte wieder einmal wärmstens empfohlen.

Von Andreas Köthe

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