Neu im Kino: „Toy Story 3“ ist ein perfektes Animationsabenteuer um Spielzeugfiguren mit Eigenleben

Showdown vor dem Müllofen

Das Spielzeug muss umziehen: Die Figuren aus „Toy Story 3“ landen in einer Kindertagesstätte. Foto:  nh

Es gibt in der Geschichte des Films nur eine Handvoll Beispiele für Fortsetzungen, die das Original qualitativ übertrafen. „Der Pate II“ wird bei dieser Gelegenheit gern genannt, ebenso „Aliens - Die Rückkehr“.

Man durfte also skeptisch sein, als das Pixar-Studio verkündete, man wolle elf Jahre nach „Toy Story 2“ die Geschichte der Spielzeuge weitererzählen, die in unbeobachteten Momenten ein Eigenleben führen. Natürlich hat sich die Perfektion der Bilder rasant entwickelt, seit 1995 mit „Toy Story” der Siegeszug des computer-animierten Films seinen Anfang nahm. Aber gerade einem jungen Publikum ist die Optik egal. Es will unterhalten sein.

So wird der Zuschauer in eine spektakuläre Actionszene geworfen, in der Cowboy Woody, Raumfahrer Buzz Lightyear und ihre Freunde ein nervenzerreißendes Abenteuer erleben. Aber diese Abenteuer gehören der Vergangenheit an. Andy, der Besitzer der Spielzeuge, wird aufs College gehen. Der 17-Jährige räumt sein Zimmer im elterlichen Haus und lässt bei dieser Gelegenheit auch die Spielsachen seiner Kindheit hinter sich. Ganz trennen kann sich der Junge aber nicht, auf dem Dachboden sollen Buzz und Co. eine neue Heimat finden. Doch die Helden landen in einer Kindertagesstätte. Was sich am Anfang anfühlt wie das Paradies, entpuppt sich schnell als Spielzeug-Hölle.

Eine überzeugende Geschichte ohne jede Schwachstelle, rasante Action und einige der emotionalsten Szenen, die je das Licht der Leinwand erblickten: „Toy Story 3“ ist ein Triumph.

Spätestens beim Showdown in einer Müllverbrennungsanlage öffnen sich bei Groß und Klein alle Schleusen. Aber natürlich liegt auch diesmal der Fokus ganz klar auf dem Spaß, wobei besonders Neuzugang Ken für viel Heiterkeit sorgt.

Der 3D-Effekt ist eine nette Zugabe, wirklich gebraucht hätte es ihn nicht. Bleibt zu hoffen, dass die Chefs der anderen Studios „Toy Story 3“ nun als Ausbildungsvideo für ihre Mitarbeiter einsetzen. So und nicht anders sieht der perfekte Kinofilm aus. Es gibt wohl nur einen, der derzeit auf dem Gebiet des Trickfilms mit Pixar mithalten kann: der japanische Anime-Künstler Hayao Miyazaki („Chihiros Reise“). Regisseur Lee Unkrich verbeugt sich vor dem Altmeister, indem er dessen Figur Totoro als Plüschtier ins Toy-Story-Ensemble integriert.

Genre: Trickfilm

ohne Altersbeschränkung

Wertung: !!!!!

www.hna.de/kino

Von André Wesche

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