Kasseler Duo nimmt Musikvideo auf

Anna Göbel und Svenja Borgstädt aus Kassel nehmen an einem Musikvideo-Wettbewerb teil

Zwei Musikerinnen lächeln in die Kamera. Sie nehmen an einem Musikvideo Wettbewerb in Zeiten von Corona teil.
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Sind froh, trotz Corona gemeinsam musizieren zu dürfen: Anna Göbel und Svenja Borgstädt aus Kassel.

Anna Göbel (32) und Svenja Borgstädt (33) aus Kassel sind in den vergangenen Monaten zu einem musikalischen Haushalt geworden: „Ja, das trifft es gut. Wir sind froh, in dieser tristen Zeit gemeinsam musizieren zu können“, sagt Göbel.

Kassel - Ein Grund dafür ist auch die Teilnahme an dem Wettbewerb „Corona Encore: Coffee Mask – Internationaler Musikvideo Duo Wettbewerb für Violine & Flöte“. Er wurde von dem Kasseler Kulturforum und dem Berliner Universal Korean Organic Ensemble Viktoria & Virtuosi ins Leben gerufen. Das Kasseler Kulturforum ist ein Verein, der sich um die musikalische Förderung junger Künstler kümmert. Der Kooperationspartner aus Berlin ist ein Ensemble aus Solisten und Kammermusikern.

Für die Teilnahme spielen Borgstädt (Querflöte) und Göbel (Violine) zwei Stücke. Ihre individuelle Interpretation müssen sie in einem fünfminütigen Musikvideo festhalten und einreichen. „Das stellt uns vor eine große Herausforderung, weil wir coronabedingt selbst filmen müssen“, sagt Borgstädt. Die Flötistin übernimmt hauptsächlich den technischen Part rund um das Video, Violinistin Göbel ist laut Borgstädt eher das musikalisch inspirierende und kreative Genie.

Zwei Wettbewerbsstücke

Die zwei Wettbewerbsstücke stammen von Viktoria Elisabeth Kaunzner, Jahrgang 1982, und Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788). Kaunzners Stück „Coffee Mask“ (drei Minuten) von 2014 wurde im gleichen Jahr in der Jangcheon Art Hall Seoul von Kaunzner und Philipp Jundt uraufgeführt. Die 38-Jährige ist Violinistin, Komponistin, Musikproduzentin und Hochschulprofessorin. Seit 2008 arbeitet sie an einer praktischen Philosophie über das Violinspiel.

Das Duett für Flöte und Violine e-Moll von Carl Philipp Emanuel Bach gehört zu einem Genre, das im Œuvre des Sohns von Johann Sebastian Bach kaum vertreten ist.

„Gerade die Verbindung der beiden Stücke ist schön. Zum einen eine Herausforderung, zum anderen können wir dadurch unserer eigenen, kreativen Interpretation freien Lauf lassen“, sagt Borgstädt. Der Hauptaspekt liege auf der Musik, wobei das Video natürlich auch nicht zu kurz kommen dürfe.

Nach unserem Studium hat es uns beide nach Kassel verschlagen.

Anna Göbel, Musikerin

Die zwei Musikerinnen kennen sich aus einem gemeinsamen Musik-Studium in Düsseldorf. Göbel kommt gebürtig aus Kassel, Borgstädt aus Bielefeld. „Nach unserem Studium hat es uns beide nach Kassel verschlagen“, sagt Göbel. Als ihre Freundin anrief und von dem Wettbewerb erzählte, musste die 33-Jährige nicht lang überlegen. „Damit tun uns die Veranstalter einen großen Gefallen, so etwas in diesem Jahr machen zu dürfen“, sagt Göbel.

Vor allem über die Unterstützung der vielen Sponsoren freut sich das Kulturforum: „Großartig, wie toll das Team im Hintergrund arbeitet. Nicht nur für die Künstler ist es eine große Chance, sich zu zeigen“, sagt Konstanze Wild, die für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kulturforums zuständig ist.

Video muss bis zum 20. Januar fertig sein

Die Idee eines Wettbewerbs gab es bereits im Sommer. Doch da stand noch nicht fest, wie er umgesetzt und finanziert werden kann. Dr. Eva Maria Schulz-Jander vom Vorstand des Kulturforums erläutert, dass es erst im November das „Go“ von den Sponsoren für den Wettbewerb gab. „Dann mussten wir alles ganz schnell realisieren“, sagt sie.

Das Duo ist auf die verschiedenen Inszenierungen der übrigen Ensembles gespannt. „Das ist ja ganz klar: Andere Ensembles, andere Interpretationen“, sagt Borgstädt. Die Musikerinnen sehen außerdem erwartungsvoll dem Urteil der Schirmherrin Marion Alsop entgegen. Alsop ist Chefdirigentin des Wiener Radio Symphonie-Orchesters und musikalische Leiterin des Baltimore Symphony Orchestra. Doch der zusammengewachsene musikalische Haushalt will nicht nur Alsop mit dem Video, das bis zum 20. Januar fertig sein muss, überzeugen. (Cora Zinn)

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