Luzern: Mord im Narrentrubel

Der Tod sieht aus wie E.T. - Kritik zum „Tatort“ aus Luzern

Nicht nur die Identitäten verwischen in der Fasnachtszeit, es ist sogar manchmal nicht ganz klar, ob jemand tot oder lebendig ist. Für den Luzerner „Tatort: Schmutziger Donnerstag“ war diese rätselhafte Stimmung der Ausgangspunkt für einen verwickelten Fall um den geheimnisvollen Mörder.

Der Mörder spielt nicht nur mit den Kommissaren Flückiger und Ritschard (Stefan Gubser und Delia Mayer) seine Spielchen.

Beeindruckender Moment: die beunruhigende Kontaktaufnahme des Täters im E.T.-Kostüm mit dem immer verzweifelteren Reto Flückiger. Und im Gewusel der Kostümträger verblutete ein Mensch. Die Hilferufe verhallten ungehört.

Zusätzlich zur spannenden Handlung um eine Fasnachtszunft und eine ins soziale Abseits rauschende Familie fing Kult-Regisseur Dani Levy („Alles auf Zucker“) in seiner ersten „Tatort“-Regie aufregende Bilder ein. Dass er ohne Proben drehen ließ, merkte man etwa bei den Besprechungsrunden der Polizei, wo manchmal alle gleichzeitig redeten - wohltuend realistisch in der TV-Welt.

Die irre Mischung aus Euphorie und Melancholie in diesen tollen Tagen wurde spürbar: Mit seiner rohen, ungeschliffenen Bildsprache und den schnellen Schnitten erzeugte Dany Levy eine einzigartige Atmosphäre, die man so beim „Tatort“ noch nicht gesehen hat.

Von Bettina Fraschke

Rubriklistenbild: © dpa

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