Neu im Kino: In der romantischen Komödie „Happy New Year“ spielt mehr als ein Dutzend Filmstars mit

Silvesternacht voller Erwartung

Langsam kehrt die Lebensfreude zurück: Michelle Pfeiffer spielt die frustrierte Angestellte Ingrid, die sich an Flaschenzügen hoch in die Luft ziehen lässt, um wieder Glück zu spüren. Foto: Verleih

Wer sich in New York zum Jahreswechsel am Times Square drängelt oder das Massenspektakel mit dem Mega-Countdown im Fernsehen verfolgt, entscheidet sich für risikolose Gefühlsgarantie. Die Menge schluchzt, und da kann auch dem Emotionsmuffel anstrengungslos das Herz aufgehen.

Die risikolose Gefühlsgarantie strebt auch Regisseur Garry Marshall („Pretty Woman“) in seiner romantischen Komödie „Happy New Year“ an, und er macht es wie die New Yorker: Er versammelt eine Menschenmenge auf der Leinwand. Über ein Dutzend Filmstars, von Ashton Kutcher über Hilary Swank, Jessica Biel, Katherine Heigl, Sarah Jessica Parker, Zac Efron, Halle Berry, Michelle Pfeiffer, Robert De Niro bis hin zu Til Schweiger, durchlebt Leid und Freud am 31. Dezember.

Der Jahreswechsel in Manhattan: Schon morgens werden die Shows geprobt, wird das Gemüse fürs Galamenü geschnippelt, werden die Boxen für das Konzert von Rockstar Jensen (John Bon Jovi) aufgebaut, die Glitzerdeko montiert, die festlichen Roben fertiggenäht. Eine hat den undankbarsten Job: Claire (Hilary Swank) ist verantwortlich, dass der berühmte Ball Drop - eine beleuchtete Riesenkugel fällt am Times Square zum Jahresend-Countdown millionenfach beäugt herab - reibungslos funktioniert.

Hier will eine Mutter nicht, dass ihre Teenietochter mit der Clique herumzieht, dort wird festgefressener Beziehungsfrust aufgearbeitet, hier kündigt jemand seinen Job und will im Leben die Weichen noch mal ganz neu stellen, dort stecken zwei im Fahrstuhl fest und kommen sich näher.

Bewegtes Mitgefühl und wirkliche Herzenswärme kommen aber nur momentweise auf. Kein Vergleich mit dem ähnlich strukturierten Ensemblefilm „Tatsächlich ... Liebe“ (2003), bei dem ein Päckchen Tempos ruckzuck weggeheult war. Tolle Schauspieler wie die zauberhafte Michelle Pfeiffer als verhuschte Büromaus, die die Lebensfreude wiederfindet, oder der große Robert De Niro, der als zynischer Kriegsfotograf sterbend im Krankenbett zu liegen hat, stecken in zu flachen Figuren, um ihr Talent zu entfalten.

Große Überraschungen der Handlung kann man naturgemäß nicht erwarten, doch dem Regisseur gelingt es trotzdem, Dynamik und vor der heraufziehenden Mitternacht einige Spannungsmomente aufzubauen. Silvester heißt: Alle warten - auf den einen Menschen, auf die große Lebenswende, auf Vergebung. Und müssen sich damit auseinandersetzen, dass genau ihre Erwartung dem Glück im Weg stehen kann.

Genre: Komödie

ohne Altersbeschränkung

Wertung: !!!::

www.hna.de/kino

Von Bettina Fraschke

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