Salamat Schiftah rief bei einem musikalischen afghanischen Abend in der Kreuzkirche zu Toleranz auf

Wir sind eines Stammes Glieder

Spielt die Laute Rubab: Salamat Schiftah in der Kreuzkirche.

KASSEL. „Als Adams Nachfahr’n sind wir eines Stammes Glieder“, schrieb der persische Dichter Saadi im Jahr 1259. Dieses Gedicht, das die Einheit des Menschengeschlechts beschwört, ziert heute die Eingangshalle der Vereinten Nationen in New York. Am Sonntag war es beim afghanischen Abend in der Kreuzkirche zu hören.

Salamat Schiftah gastierte dort mit weisen, humanistischen Botschaften und stimmungsvoller Musik. Der 75-Jährige, der in Kabul geboren wurde und seit einigen Jahrzehnten in Deutschland lebt, ließ die Laute Rubab erklingen: ein meditativer Sog.

Er sang afghanische Lieder voll archaischer Schönheit, erzählte von Bräuchen seines Heimatlandes und spielte Mundharmonika – faszinierend, weil man östliche Tonskalen so gut wie nie auf diesem Instrument zu hören bekommt. Und er trug neben dem Saadi-Gedicht einen eigenen Text vor, der für Toleranz zwischen den Religionen warb.

In Kassel ist Salamat Schiftah bekannt, da er bereits mehrmals an Projekten der Pianistin Ursel Schlicht teilgenommen hat – zuletzt an Schlichts „Sonic Exchange“ mit internationalen Begegnungen während des documenta-Sommers 2012.

Diesmal sorgte Schlicht für eine dezente Begleitung am E-Piano, während Schekab Wadwa das Schlaginstrument Tabla zum Klingen brachte. Der an „Sonic Exchange“ anknüpfende Abend war überdies ein Beispiel für eine gelungene Vernetzung. Zu den Kooperationspartnern gehörten die Reihe „Weltmusik in der Kreuzkirche“ und die Grundschule Königstor. Unter den hundert Zuhörern befanden sich erfreulich viele Kinder, und am Montag war in der Schule ein Workshop mit Schiftah und Wadwa geplant.

Von Georg Pepl

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.