Piaf-Abend mit Regina Venus und André Nicke

Singen oder krepieren

Königin des Chansons: Regina Venus als Edith Piaf. Foto: Socher

Kassel. Die Piaf, ein Leben voller Tragik, Höhen und Tiefen, eine Stimme, die auch heute noch unvergessen ist. Jetzt also die „Königin des Chansons“ im Kleinkunstformat. Im Theaterstübchen stellten die Schauspielerin Regina Venus und André Nicke das Leben und Lieben der Edith Piaf vor, berührend zuweilen und authentisch.

Ein Abend nicht nur in Französisch, das Publikum im voll besetzten Theaterstübchen war begeistert. Regina Venus auf der Bühne, eine kleine Frau im schwarzen Kleid, ausgestattet mit einer großen Stimme - zwar nicht so metallisch wie die der Piaf, aber raumfüllend und theatralisch bei ihren Liedern, mitreißend.

Die Chansons der Edith Piaf, ihr „Paddam“, ihr hinreißendes „Milord“ oder jenes unvergessene „Non, je ne regrette rien“, das die kleine Französin in New York sang, als ihr Liebster vom Himmel fiel, werden so zu musikalischen Standortbestimmungen eines Lebens, das sich hier auch erzählend erschließen sollte. Und der Begleiter am Klavier, André Nicke, war an diesem Abend im Theaterstübchen mehr als nur ein Pianist - in den kleinen, fast amüsant-parodierenden Spielszenen mit Frau Venus war er mal Yves Montand bei seiner Begegnung mit Edith Piaf oder Teo, der letzte Mann vom Spatz von Paris. Eine Liebe bis zu ihrem Tod. Cherchez l’amour, mon ami.

„Ich muss singen oder krepieren“, sagt Regina Venus als Alter Ego der Edith Piaf an einer Stelle und fügt außerdem hinzu: „Meine Chansons, das bin ich.“ Der Interpretin auf der Bühne gelingt es so, mit dieser Kombination aus Biografie und Chansons die Kompromisslosigkeit eines Lebensentwurfes, das Rauschhafte und Obsessive, anklingen zu lassen: Eine großartige Sängerin, die sang, was sie lebte und lebte, was sie sang. Die Piaf war Tragödie selbst im kleinsten Lied.

Von Juliane Sattler

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.