„Die verkaufte Braut“ an der Staatsoper Berlin

Die Sitten sind rüde

Verschachert: Anna Samuil als Braut. Foto:  Drama-Berlin

Berlin. Was passiert, wenn wir unsere Liebe verkaufen? Eine Frage, die Bedrich Smetanas Oper „Die verkaufte Braut“ aufwirft. Erst wird die Braut vom Vater an einen reichen Gutsbesitzer verschachert, dann treibt auch noch der Auserwählte vermeintlich schäbigen Handel. An der Berliner Staatsoper im Schiller Theater hat sich Balázs Kovalik der Sache angenommen.

Zur rasanten Ouvertüre öffnet sich der Vorhang so, dass nur Beine und Popos der tanzenden, handwerkelnden und pinkelnden Dorfbewohner ins Bild rücken. Das ist zwar überflüssig, stimmt aber ein auf rüde Sitten in Böhmen um 1850, wo der Heiratsvermittler seine Geschäfte macht.

Verhandelt wird im Angesicht einer Kuh, die eben nur gemolken werden muss. Das Spiel nimmt seinen Lauf unter der federnd-flotten Leitung von Karl-Heinz Steffens. Der reife Seiteneinsteiger war bis 2007 Solo-Klarinettist der Berliner Philharmoniker, zuvor auch in Kassel tätig. Seit zwei Jahren ist er Chefdirigent der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Gemessen an seinem Aufstieg, war der Premiereneindruck nicht überwältigend, aber gut bis ordentlich.

Und das verhinderte Braut-Paar, die pianostarke, mitunter unnötig forcierende Anna Samuil und der mit einer Prise Selbstironie intelligent gestaltende Burkhard Fritz, kriegt natürlich sein Happy-End.

Karten: 030–30354555.

Von Andrea Hilgenstock

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