Spaß mit Spiegeln und Totenköpfen: Kinder erkundeten die Ausstellung von Thomas Zipp in der Kunsthalle

Skelett und Orgel faszinieren

Vom Künstler inspiriert: Die Kinder des Spielhauses Weidestraße haben eigene kleine Ausstellungsräume gestaltet. Foto: De Filippo

Kassel. Düstere Räume, schwarze Bilder, Totenkopfskulpturen: Die Ausstellung des Künstlers Thomas Zipp, die zurzeit in der Kunsthalle Fridericianum zu sehen ist, scheint nicht der ideale Ort für Kinder zu sein. Doch gerade die jüngsten Besucher haben dort viel Spaß.

„Abenteuer Museum“ heißt das Pilotprojekt des Kulturamtes und der Kasseler Museen, bei dem Kinder spielerisch mit Kunst in Kontakt kommen sollen. Wie gut das funktioniert, zeigten die Jungen und Mädchen aus dem Spielhaus Weidestraße, die sich vier Tage lang intensiv mit der Zipp-Ausstellung beschäftigt haben. Sie haben das Museum erkundet, Fragen gestellt und eigene Mini-Ausstellungsräume gebastelt, die noch bis zum Wochenende dort ausgestellt sind.

„Wir wollen Kindern den Einstieg in die Kunst erleichtern“, erklärt Museumspädagogin Sandra Ortmann. Es sei erstaunlich, wie offen die Jungen und Mädchen auch mit schwierigen Themen umgingen. Auf Zetteln konnten sie Fragen notieren, die sie dem Künstler gern einmal stellen würden. Dabei kamen spannende Dinge zutage, auf die so mancher Erwachsene wahrscheinlich nie gekommen wäre: Warum sind die Betten so hart? Und was hat der Aschenbecher in der Küche zu suchen?

Die Kombination von kindlicher Neugier und zeitgenössischer Kunst hat auch Petra Meyer vom Spielhaus Weidestraße gereizt: „Ins Naturkundemuseum gehen viele Eltern mit ihren Kindern, in Ausstellungen wie diese aber nur wenige.“ Aus diesem Grund habe sie sich für den Workshop in der Zipp-Ausstellung entschieden. Und das große Interesse der Kinder gibt ihr Recht.

Die zehnjährige Ksenia Lassukova zum Beispiel hat mit Papier, Klebstoff und Folie einen ganzen Ausstellungsraum Zipps nachgebaut. „Die Kapelle fand ich besonders schön“, sagt sie. Das Thema kenne sie bereits aus dem Religionsunterricht, und auch die kleine Orgel, die in einer Ecke des Raumes steht, habe sie fasziniert. Joshua Stein, ebenfalls zehn Jahre alt, malte Skelette und kleine Porträts, beklebte den Boden seines kleinen Ausstellungsraumes mit Spiegelfolie.

Die Zusammenarbeit von Museen, Schulen und Kindertagesstätten soll langfristig fortgeführt werden. Einen kostenlosen Workshop für Kinder bietet die Kunsthalle Fridericianum am 27. Mai an. Mitmachen können Jungen und Mädchen von acht bis zwölf Jahren.

Anmeldung: Sandra Ortmann, Tel. 0561/7072789, ortmann@fridericianum-kassel.de

Von Pamela De Filippo

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