TV-Kritik

Sklaven der Daten: So war der Saar-„Tatort“

Julia Koschitz als Hackerin Natascha. Foto: ARD

Wenn man „Halt die Schnauze“ nicht mehr zu Menschen, sondern zu seinem Auto sagen muss, ist etwas schief gelaufen.

Christian Theedes Saarbrücker „Tatort“ war eine typische Superheldenerzählung, nur dass die Halbgötter ihre Macht durch Programmierkenntnisse beziehen und der Held ein putziger Smoothie schlürfender Kommissar ist, der sich auf der Suche nach Liebe todesmutig in ein feindliches Territorium wagt: das Internet.

Im „Tatort: Mord Ex Machina“ wollten die Drehbuchautoren Hendrik Hölzemann und David Ungereit aufrütteln und warnen. Vor dem Datensammeln und der Allwissenheit des Internets, in dem nichts verloren geht. Das ist nichts Neues, aber in Kombination mit der Dreiecksbeziehung der Protagonisten blieb die Tätersuche spannend bis zum Schluss. Der Zuschauer gewann einen beklemmenden Blick in die Zukunft, in der das Auto den eigenen Körper besser kennt, als man selbst. Dabei stellte sich die Frage: Wie viel Freiheit sind wir bereit zu opfern für Komfort?

Auf emotionaler Ebene brillierte Schauspielerin Julia Koschitz als geniale Hackerin und ganz und gar nicht unschuldige Jeanne d’Arc des Internets, die sogar Kommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow) den Kopf verdrehte. Toll auch, dass man durch sie Details aus der Vergangenheit des Ermittlers erfuhr, die sonst wohl nie ans Tageslicht gekommen wären.

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