Die Söhne Mannheims in Kassel gefeiert - Song „Marionetten“ fand nicht statt

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Wurden bei ihrem Auftritt in Kassel gefeiert: Die Söhne Mannheims mit Xavier Naidoo (links) und Rolf Stahlhofen.

Kassel. Als der tosende Applaus am Sonntag in der ausverkauften Kasseler Stadthalle nicht enden wollte, beließ es Henning Wehland stellvertretend für die 13-köpfige Crew nicht nur bei einem „großen Dank, dass wir nach zwanzig Jahren Bühne hier vor ausverkauftem Haus spielen dürfen“, sondern winkte im Überschwang der Gefühle noch jemanden herbei, der gar nicht mitgespielt hatte: „Applaus für Feuerwehrmann Michael“.

Eine schöne Geste, eine, die zu dem Auftritt und den Botschaften der Söhne Mannheims passt: Der „Freiheit, Liebe und Gerechtigkeit“ gilt ihr Engagement. 1995 hatte sich die Band, die Pop und Soul mit deutschen Texten verschmilzt, gegründet. Besetzung und Anzahl der Mitglieder variierten stets. Bisweilen standen bis zu 17 Musiker auf der Bühne.

Mit dem Lied „Geh davon aus“ und dem folgenden Album „Zion“ gelang im Jahr 2000 der große Durchbruch. Einer der Gründungsmitglieder wurde durch seine Solo-Karriere ein Star: Xavier Naidoo, ehemaliger Dozent der Pop-Akademie Mannheim. Mit seiner markanten Soulstimme, seinen religiösen Standpunkten, den eingängigen Melodien und auf Deutsch gesungenen Texten hat sich der polarisierende Künstler eine große Fangemeinde erobert.

Naidoo tourt wieder als einer der Söhne Mannheims und war auch in Kassel dabei. Wer angenommen hatte, er würde im Mittelpunkt stehen und das neue, umstrittene Stück „Marionetten“ würde gespielt, sah sich getäuscht. Kein Wort fiel darüber, und Naidoo war nicht einmal bei der Hälfte der Songs – einem Querschnitt durch die Bandgeschichte – mit auf der Bühne. Und wenn, dann sympathisch zurückhaltend, einer von vielen.

Der Sound der Musik kam bombastisch fett. Die Dramaturgie folgte zumeist der gleichen Strickart: Gemäßigt beginnen, beständig forcieren und die Refrains schließlich als Endlosschleife zur Party machen. Die Besucher feierten Band und Musik. Gegen Ende des Konzertes, hatte Naidoo dann doch noch zusammen mit Claus Eisenmann seinen großen Auftritt: Schon bei den ersten Tönen von „Und wenn ein Lied“ kreischte das Publikum und sang mit.

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