Tatort-Darsteller Gregor Weber stellte beim Sparda-Erzählfestival sein erstes Buch vor

Aus dem Soldatenleben

Fernsehstar als Autor: Gregor Weber las in Kassel aus seinem Krimi „Feindberührung“. Foto: Habich

Kassel. Der Schauspieler Gregor Weber sieht in echt deutlich besser aus als im Fernsehen: Es fehlt der dicke Schnauzbart, den man ihm als saarländischem Tatortkommissar Stefan Deininger immer anklebt, und er hat ein paar Kilo verloren. Weber las am Donnerstag zur Eröffnung des Erzählfestivals in der Sparda-Bank aus seinem ersten Roman „Feindberührung“.

In diesem Krimi wird gleich zu Beginn ein aus Afghanistan zurückgekehrter deutscher Soldat ermordet. Wichtiger Bestandteil des Buches sind Rückblenden auf das Kriegsgeschehen in Afghanistan. Unter den 170 Zuhörern wird es still, wenn Weber diese drastischen Episoden vorträgt - von Frauen, die in ihrer Burka verbrennen, von einem kleinen Jungen in einer Sprengstoffweste.

Die Brutalität wirkt genauso realistisch wie der Militärjargon, in dem sich die Soldaten unterhalten. Gregor Weber hat für die Recherche mit Bundeswehrsoldaten gesprochen, die in Afghanistan waren. Soldaten, die ihr Leben riskieren müssen, aber kaum Anerkennung dafür bekommen.

Das Thema habe ihn sehr beschäftigt, sagt Weber. „Schließlich wollte ich selbst einmal Soldat werden.“ Er habe sich nicht immer leicht entscheiden können und nach der Schauspielschule eine Ausbildung als Koch gemacht. Jetzt ist er Autor und - seit seiner Buch-Recherche - Stabsunteroffizier der Reserve. Seine Zuhörer entlässt er nachdenklich.

Im Vorfeld der Lesung wurden die Gewinner des Sparda-Schreibwettbewerbs für Kinder und Jugendliche ausgezeichnet: Den ersten Platz belegte Marita Peter aus Maintal, den zweiten Platz Simone Nickening aus Babenhausen, Dritte wurde Vera Spielmann aus Kassel.

Von Irene Habich

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