Jan Klare zu Gast im Kulturbunker

Solist mit viel Energie

Jan Klare Foto: nh

Kassel. Die wenigen, die Samstagabend Detlef Landecks höchst empfehlenswerte Konzertreihe Shelter Sounds im Kulturbunker besuchten, erwartete ein reich gedeckter Tisch. Erster Gang: ein Solo-Statement eines der kreativsten Alt-Saxofonisten des Landes, Jan Klare. Zweiter Gang: In der Pause ganz konkrete Suppe in köstlichster Ausführung, da - dritter Gang - der Dokumentarfilm über Jan Klares ungewöhnliches Orchester „The Dorf“ entscheidend vom gemeinsamen Suppenessen als sozialem Bindeglied handelt.

Im Liveset demonstriert Klare in 40 Minuten, welche Klangfarben und Stiltypen ein Spieler der Extraklasse solistisch aus einem Alt-Saxofon zaubern kann. Das reicht vom Arrangement des „12th Street Rag“ aus den Gründerjahren des Jazz über eine elegante Ausformulierung der zeitlos modernen Skalen von Charlie Parkers „Confirmation“ bis zur vitalen Eigenkomposition „Rasenmäher“, die von einem rau tuckernden Drumcomputer untermalt wird.

Der 80-minütige Film in experimentellem Schwarz-Weiß über Klares Haus-Orchester des Dortmunder Jazzclubs „domicil“ öffnete den Blick auf ein beeindruckendes Projekt. Anders als im herkömmlichen Orchester oder einer traditionellen Bigband mischen sich Geigen, Saxofone und Trompeten mit E-Gitarren, Bässen und Keyboards zum Hochenergie-Ensemble, das sich zwischen komponierten Parts und Soli ausagiert. Ein inspirierender Abend. Bleibt zu wünschen, dass „Shelter Sounds“ mehr Zuspruch finden.

Von Hartmut Schmidt

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