Sommer im Park

Der "Sommer im Park" im Theaterzelt auf dem Festplatz an der Brüder-Grimm-Straße in Vellmar ist alljährlich das erste der großen Kultur-Sommer-Festivals in der Region.

Das Programm zwischen dem 18. Mai und 5. Juni hat seine Schwerpunkte im Bereich Kabarett/Comedie, es gibt aber auch Lesungen und Konzerte. Ein Höhepunkt dürfte der Auftritt von Shantel und seinem Bukovina Club Orkestar werden.

Mi, 18. Mai, 20 Uhr: Die Pömps

Die Pömps

Die drei Kasseler Sängerinnen Margot Hainzl, Jutta Gerling-Haist, Brigitte Wilke und ihren Pianisten Michael Wagner verbindet eine gemeinsame Leidenschaft für Musik und Schauspielerei. Diese lebt das Ensemble seit mittlerweile acht Jahren in so populären Programmen wie „Frauen sind keine Engel“, „Falsche Fuffziger“, „Alles Liebe oder was?“ und „Wir sind wieder … wer?“ aus.

Nach Vellmar kommen die Pömps mit ihrem neuen Programm „Küss die Hand“. Sie selbst nennen die Vorstellung „eine Höllenrevue mit himmlischen Liedern“. Als da wären: Chansons von Georg Kreisler, Franz Schubert, Otto Reuter und Georgette Dee, gewürzt mit einer deftigen Prise Wiener Schmäh und einem gewissen Hang zum Makabrem.

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Eintritt: 17 /19/ 20 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice

Do., 19. Mai, 20 Uhr: Willy Astor

Wilhelm "Willy" Gottfried Astor

Wortakrobaten gibt es viele auf deutschen Comedy-Bühnen, aber Willy Astor gibt es nur einmal! Er jongliert mit Worten, wie es andere nicht einmal mit Bällen können. Er ist ein Naturtalent der Comedy, die ihm einfach im Blut zu liegen, scheint. Nur wenige Worte braucht und schon biegt sich das Publikum vor Lachen, bis es dem Musikkabarettisten zu Füßen liegt.

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Eintritt: 22 / 24,20 Euro  (Karten beim HNA-Kartenservice

So war's: HNA-Kritik 

Fr., 20. Mai, 20 Uhr: Rainhard Fendrich

Rainhard Fendrich

Nachdem seine Fans einige Zeit auf ein neues Studioalbum des Musikers, Liedermachers, Entertainers, Moderators und Schauspielers warten mussten, erschien im September vergangenen Jahres „Meine Zeit“. Mit diesem Album im Gepäck begibt sich Rainhard Fendrich in diesem Frühjahr/Frühsommer auch wieder auf eine große Deutschland-Tournee, die ihn nicht nur nach Leipzig ins Gewandhaus, in den Berliner Admiralspalast oder die Rheingoldhalle in Mainz führt, sondern auch zum Sommer im Park in Vellmar. Im Klartext: Mit diesem Programmpunkt ist den Veranstaltern ein wahrer Kunstgriff gelungen.

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Eintritt: Nur noch Karten für 24,20 Euro erhältlich (Karten beim HNA-Kartenservice

So war's: HNA-Kritik 

Sa., 21. Mai, 20 Uhr: Gastspiel des TIC-Theater Kassel

Mit einem Gastspiel eines renommierten Musical-Theaters ist das so eine Sache. Der Eine würde gerne noch einmal die legendären „Bruhns Brothers“ sehen, ein Anderer „Jekyll & Heidi“ und ein Dritter „Den kleinen Horrorladen“. Also sagten sich TIC-Chef Michael Fajgel und Sommer im Park-Impressario Gerhard Klenner: „Warum nicht das Beste vom Besten nehmen?“ und genau das präsentiert das Ensemble des Theaters am Akazienweg in Kassel unter dem Vellmarer Zeltdach: Szenische und musikalische Aufführungen aus acht Jahren TIC-Musical-Geschichte … unter anderem mit den Beatles, Elvis und tanzenden Nonnen.
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Eintritt: 17/19 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

So., 22. Mai, 11.30 Uhr: Lesung mit Harry Rowohlt

Harry Rowohlt

Nach längerer weitgehender Alkoholabstinenz aufgrund einer Nervenkrankheit gibt Harry Rowohlt seit 2009 wieder Lesungen. Da ausschließlich Wasser auf dem Tisch steht, nennt er die Veranstaltungen heute, so verkündete er unlängst in Berlin „Betonung ohne Schausaufen“.

Und diese Worte ausgerechnet aus dem Munde des ehemaligen Ambassador of Irish Whisky. Geblieben ist seine Einstellung, sich ungern auf ein bestimmtes Programm festzulegen und die Tatsache, dass er als Vorleser immer noch eine Institution ist.

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Eintritt: 17 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)


 

So., 22. Mai, 19 Uhr: Cèline Rudolph & Band

Cèline Rudolph

Cèline Rudolph führt ein Doppelleben: Im Alltag ist sie Professorin für Jazz-, Rock- und Pop-Gesang an der Universität in Dresden, abends auf der Bühne eine der gefragtesten und aufregendsten Jazzsängerinnen, die im vergangenen Jahr als bisherige Krönung ihrer Laufbahn konsequenterweise auch mit dem Echo ausgezeichnet wurde.

Über ihr im Jahre 2007 veröffentlichtes Album „Brazaventure“ sagte Till Brönner „Vorsicht, es macht süchtig!“. Auf dem Nachfolger „Metamorflores“ (2009) wirkte er dann auch gleich selbst mit. Eigentlich fing alles ganz anders an.

Zunächst studierte Cèline Rudolph Rhetorik und Philosophie an der FU Berlin, merkte aber bei gelegentlichen Auftritten ihrer ersten Band Out Of Point, dass ihr Herz für die Musik mehr schlägt, als für philosophieren und debattieren. Deshalb wechselte sie an die Hochschule der Künste, wo sie Jazzgesang und Komposition studierte. Auslandsaufenthalte in Afrika und Südamerika brachten weitere Einflüsse in ihre Musik, die man auch als Weltmusik-Jazz bezeichnen darf.

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Eintritt: 19/21/22 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

So war's: HNA-Kritik 

Mo., 23. Mai, 20 Uhr: Georg Schramm

Georg Schramm

Kritiker, Fernsehmacher und Publikum sind sich einig: Georg schramm ist seit Jahren DAS Aushängeschild des deutschen Kabaretts. Denn keiner bringt es so auf den Punkt, dass der Riss in diesem Land noch immer zwischen Arm und Reich verläuft und nicht zwischen Alt und Jung, Deutschen und Nichtdeutschen.

Um das Prinzip unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung bloß zu stellen, hat er Figuren, um nicht zu sagen, Charaktere kreiert wie den renitenten Rentner Lothar Dombrowski, Initiator der Selbsthilfegruppe „Altern heißt nicht trauern“, den Oberstleutnant Sanftleben, der sich die Truppe schön trinkt oder den Altgenossen August, der „seine SPD“ nicht mehr versteht.

Egal ob es sich um das tagesaktuelle politische Geschehen handelt, oder um ganz persönliche und individuelle Geschichten aus dem Alltag, Georg Schramm inszeniert und kommentiert beides gleichermaßen scharfzüngig.

Damit dies auch so bleibt, ist er im vergangenen Jahr nach 36 Folgen aus der ZDF-Kabarett-Serie „Neues aus der Anstalt“ ausgeschieden, um sich voll und ganz auf das konzentrieren zu können, was er am liebsten mag: Den Auftritt auf der Bühne, nahe am Publikum.

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Eintritt:22/24.20/25.30 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

So war's: HNA-Kritik 

Di., 24. Mai, 20 Uhr: Gerd Dudenhöffer

Gerd Dudenhöffer

Er kommt nicht gleich zur Sache, und schon gar nicht auf den Punkt. Schweift ab und gerät so mir nichts, dir nichts, von der Belanglosigkeit verdeckt, zum Brennpunkt. Eben noch beim Kaninchenzuchtverein vorbei am Lieblingsspruch seines Vaters („Besser mojns zwei Schnaps, wie omnds kenner. Ma muß a mo Prioritäten de Vortritt losse.“) direkt zum Holocaust. Trifft ins Schwarze, wenn er die romantisierten Kriegserinnerungen seiner Tante zwischen Heil Hitler und Heile Gänschen einstreut.

So manövriert Gerd Dudenhöffer seine spießige Kunstfigur Heinz Becker, im kleinkarierten Hemd und mit viel Mief unter der Batschkapp, nicht mit Vollgas sondern eher mit einem Tempo am Limit für geistig geschlossene Ortschaften sprichwörtlich in die „Sackgasse“ – so der Titel seines neuen Programms, mit dem er zum Sommer im Park kommt.

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Eintritt: 24.20/26.40/27.50 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

So war's: HNA-Kritik

Mi., 25. Mai, 20 Uhr: Michael Kobr & Volker Klüpfel

Michael Kobr und Volker Klüpfel (rechts). 

Kommissar Kluftinger von der Kemptener Kripo ist weithin bekannt für seine eigenwilligen Methoden, Verbrecher zu überführen. Doch die wahren Herausforderungen warten auf den kauzig-liebenswerten Liebhaber von Allgäuer Kässpatz’n und Haferlschuhen im Alltag: Etwa, wenn er eine dieser modernen E-Mails schreiben muss oder mit seiner Familie und der neuen Freundin des Sohnes zum Japaner Essen geht …

Eine Krimilesung ist eine Krimilesung? Weit gefehlt. Wenn Volker Klüpfel und Michael Kobr , die Autoren hinter den Kluftinger-Romanen ihren „Klufti“ live präsentieren, entfaltet sich eine erfrischende Mixtur aus Dialog, Vortrag und Stand-up-Comedy. Was zum einen dem ohnehin komischen Grundton der Romane zu verdanken ist, andererseits dem darstellerischen Talent des bestens eingespielten Autorenteams.

Mit ansteckendem Spaß an der Freud werfen sie sich die verbalen Bälle zu, fallen sich frotzelnd ins Wort und entfernen sich gelegentlich meilenweit vom gedruckten Text, wenn sie auf die Stimmung im Publikum reagieren. Das wiederum kommt sich bei Klüpfel & Kobr nie wie in einer Krimilesung vor sondern wie in einem (Improvisations-)Theaterstück.

Man wünscht ihnen für den ersten Auftritt in Nordhessen ein volles Haus.

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Eintritt: 17/19/20 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

So war's: HNA-Kritik 

Do., 26. Mai, 20 Uhr: Mirja Boes

Mirja Boes

„Erwachsen werde ich nächste Woche“ lautet der Titel des neuen Programms und der bezieht sich garantiert nicht auf ihren Anfang Januar geborenen Sohn. Nein, nach ihrem umjubelten ersten Bühnenprogramm „Morgen mach’ ich Schluß! ...Wahrscheinlich!?“ hat sie inzwischen ihre alten Kinder-Tagebücher weggepackt und ist erwachsen geworden.

Das Leben als Mittdreißigerin liefert ihr jetzt das Rohmaterial für zwei Stunden feinste Bühnenunterhaltung. Erwachsen zu sein heißt ja nicht zwangsläufig, langweilig zu sein und diesbezüglich wird „Die Boes“ auch Zuhörern zwischen 15 und 35 auf ihre urkomische Art erklären, dass Alter kein Schicksal ist.

(Und was ihren Sohn betrifft, auf den passen während der Show im Hotel ihre Eltern auf)

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Eintritt: 19 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

So war's: HNA-Kritik 

Fr., 27. Mai, 20 Uhr: Die Kernölamazonen

Die Kernölamazonen

Frisches Musik-Kabarett aus Österreich: Wir befinden uns im Jahre 1200 vor Christus. Die Menschheit steht vor einem Riesenproblem: Sie ist vom Aussterben bedroht. Da bleibt nur ein Ausweg: Die mutigen Kernölamazonen müssen in die Zukunft reisen, um das Kernöl zu finden, welches der Prophezeiung nach neue Manneskraft verleihen soll.

Auf ihrer Liebes-Pirsch nehmen die beiden Amazonen Venatrix und Anaxilea alias Gudrun Nikodem-Eichenhardt und Caroline Athanasiadis die Männerwelt genauestens unter die Lupe und treffen auf Romantiker, Muttersöhnchen, Frauenversteher, Machos und Memmen.

Ironisch, mit viel Humor, einzigartigen Melodien aus Chanson, Musical, Pop und selbst komponierten Liedern kämpfen sie sich durch die Facetten der Liebe. Jagdlust bekommen?

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Eintritt: 17/19/20 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice

Sa., 28. Mai, 20 Uhr: Martina Schwarzmann

Martina Schwarzmann

Mit ihrer Gitarre steht Martina Schwarzmann, Trägerin des Bayerischen Kabarettpreises und des Deutschen Kleinkunstpreises, auf der Bühne, lieb wie eine junge Grundschullehrerin. Jedenfalls so lange sie nicht singt und die „Gschichtn“ nur so aus der am Rosenmontag 1979 in Fürstenfeldbruck geborenen Kabarettistin heraussprudeln.

Denn in „So schee kons Leben sein“ – so der Titel ihres Musik-Kabarettprogramms - karikiert sie die Lebenswelt der oberbayerischen Landbevölkerung und überspitzt an sich belanglose Alltagsszenen. Inspiration sind ihr dabei nach eigener Aussage eigene Erlebnisse vor allem aus dem Umfeld ihres Heimatortes. Hier findet sie das Unheil in der heilen Welt und beschreibt es anhand von Figuren, die mitten unter uns sind, wie „Die Erika von de Esoteriker“ oder die bayerischen Eltern, die aus ihren Kindern „Preißn machen“.

Oder auch die Ganzgenaubescheid-Wisser, die weltexklusiv das Geheimnis durchschaut haben, „dass der Aldi und der Lidl in Wahrheit nämlich doch zusammengehören.“

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Eintritt: 19/21 Euro  (Karten beim HNA-Kartenservice)

So., 29. Mai, 11 Uhr: Matinee-Konzert mit Kerner, Sikora, Winter und Zingrebe

Eintritt: 10 Euro   (Karten beim HNA-Kartenservice)

So., 29. Mai, 19 Uhr: Gustav Peter Wöhler Band

Gustav Peter Wöhler

Das Gesicht kennt jeder. Gustav Peter Wöhler ist einer der vielbeschäftigsten deutschen Film- und Fernsehschauspieler. Vor dieser Karriere stand jedoch eine musikalische. Mit 16 Jahren sang Gustav Peter Wöhler erstmals in einer Band; und eigentlich tut er das – von kurzen Unterbrechungen abgesehen – bis heute.

Seit 1995 gibt es mittlerweile die Gustav Peter Wöhler Band. Aus „purer Freude an der Musik“, so Wöhler, traf man sich zu ein paar Jams in Wohnungen, Kellern, Theatern in Hamburg. Schnell sprach sich herum, dass hier etwas Wunderbares am Entstehen war. Denn wenn Wöhler seine ganz eigenen Coverversionen aus der guten alten Zeit der Rockmusik singt, kann man ein glückliches Lächeln auf den Gesichtern der Zuschauer beobachten.

Titel von Elvis Presley neben Songs von Rio Reiser oder Klassiker der Beatles – das Programm der Gustav Peter Wöhler Band enthält ausschließlich Lieblingslieder der Musiker. Und das ist gut so: wenn Gustav Peter Wöhler singt und seine wunderbare Band spielt, ist dieses ganz Persönliche unverkennbar. Ein einzigartiges Konzerterlebnis.

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Eintritt: 19 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

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Mo., 30. Mai, 20 Uhr: Dr. Roger Willemsen

Dr. Roger Willemsen

Roger Willemsen hat als begnadeter Fragesteller Fernsehgeschichte geschrieben. „Willemsens Woche" hieß seine bekannteste Reihe. Hier hat er die "Großen" Deutschlands und der Welt befragt.

Danach betrachtete er sein Heimatland aus der Nähe, ebenso das kriegsmüde Afghanistan und den kriegerischen Kongo. 2010 erschien Roger Willemsen aktuelles Werk „Die Enden der Welt", ein literarisches Reisebuch, in dem der Autor über 22 seiner Reisen – erlebt innerhalb von 30 Jahren - in abgelegene Orte beschreibt, von denen mehrfach behauptet worden ist, dass dort die Welt zu Ende sei. Unter diesem Aspekt betrachtet Willemsen bei seinen Lesungen auch das Leben an sich, die Endlichkeit alles Lebendigen, aber auch der Liebe, des Begehrens, der Illusionen, der Ordnung und Verständigung.

Es ist ein mutiger Schritt, einen solch intellektuellen Programmpunkt in den Reigen der Sommer im Park-Abendveranstaltungen aufzunehmen. Aber die Einladung Willemsens zeigt auch die Bandbreite, mit der das Festival, das ursprünglich aus einer reihe von Kleinkunst-/Kabarettveranstaltungen hervorgegangen ist, mittlerweile glänzt.

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Eintritt: 19/21/22 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice

Di., 31.Mai, 20 Uhr: Ulrich Tukur

Ulrich Tukur

Da ihr Chef, Ulrich Tukur, ja bekanntlich „beim Film“ ist und seit 12 Monaten auch als Kommissar „Tatorte“ aufklärt, sind Konzerte der Rhythmusboys in jüngster Zeit etwas rar geworden. Ganze sechs davon stehen zwischen Mai und September 2011 im Terminkalender der Combo. Eines davon findet im dafür prädestinierten Ambiente des Vellmarer Theaterzelts statt.

Der Titel ihrer aktuellen CD gibt auch gleich das Motto des Abends vor: „Wunderbar, dabei zu sein“. In der Tat ist es wunderbar, dabei zu sein, wenn die Band Evergreens und Eigenkompositionen im Stile der 20er bis 50er Jahre spielt, Ulrich Tukur zum Akkordeon singt und an deutsche Chansongrößen wie Hans Albers oder Hildegard Knef erinnert.

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Eintritt: 24.20 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

So war's: HNA-Kritik

Mi., 1. Juni: Dieter Hildebrandt

„Die Diskussionen darüber, ob wir mehr und mehr verblöden oder nicht, beschäftigen sich gar nicht mehr mit dem ‚oder nicht’. Es handelt sich nur noch um die Frage, in welchem Tempo das geschieht.“ Ein Satz, typisch für Dieter Hildebrandt, der mittlerweile über 80 Jahre alt ist und nach wie vor kein bisschen leise.

Seit über einem halben Jahrhundert steht der „elder statesman“ des deutschen Nachkriegskabaretts auf der Bühne und mischt sich auch im hohen Rentenalter gottseidank noch ein. In diesem Jahr will er das noch häufiger tun als in den Jahren zuvor, denn er hat beschlossen, ausnahmsweise mal kein neues Buch zu schreiben, sondern häufiger auf die Bühne zu gehen.

Dort rechnet er, scharfzüngig wie kein zweiter, mit allem ab, was ihn stört in unserem Land. „Ich kann doch auch nichts dafür“ heißt sein Programm, in dem er noch einmal „nach vorne blicken“ will. Denn diese Phrase hat sich ihm tief eingeprägt, diese drei Worte, die die Bundeskanzlerin immer wieder mit hohem Ernst in die Tiefe des Raumes schmettert und die er jetzt versucht zu verwirklichen.

Nach einer ihrer letzten Reden, in der sie den kurzen Satz vier Mal ausstieß, hat er sich zwei Stunden lang mit seiner Frau Renate auf das Sofa gesetzt und sie haben 2,5 Stunden nach vorne geblickt. Es ist ihnen niemand entgegen gekommen, aber dennoch will er beim Sommer im Park noch einmal nach vorne blicken.

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Eintritt: 22 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Fr., 3. Juni: 20 Uhr: Shantel und das Bucovina Club Orkestar

Sein Künstlername erklärt sich aus seinem richtigen Namen: Stefan Hantel. 2003 veröffentlichte der DJ und Produzent die von ihm zusammengestellte Compilation "Bucovina Club", zu der er auch eigene Remixe beisteuert.

Der darauf enthaltene Song „Mahalageasca (Bucovina Dub)“ wird es vier Jahre später in dem Film "Borat" zu Weltberühmtheit bringen und damit auch einem Genre Tür und Tor öffnen, das Shantel mitbegründete: Balkanpop. An Shantels eigenen Kompositionen wirken fortan die Topstars der Gypsy-Musikszene und des Balkans mit, wie etwa Boban Markovic und sein Sohn Marko (in diesem Sommer im Kulturzelt an der Drahtbrücke zu sehen), Jony Iliev, sowie die Allstar-Formation Bucovina Club Orkestar.

Für sein zweites Album, schlicht „Bukovina Club 2“ erhält Shantel 2006 den BBC World Music Award, neben dem Grammy die wichtigste Auszeichnung im Bereich Weltmusik. 2007 schreibt er die Musik für den Film von Fatih Akin „Auf der anderen Seite“. Der Soundtrack verbindet traditionelle Stücke aus Istanbul und vom Schwarzen Meer mit europäischen Club- und Dubsounds. Es folgen die Alben „Disko Partizani“ (2007) und „Planet Paprika“ (2009). Rechtzeitig zum Auftritt in Vellmar wird ein neues Album erscheinen: „Kosher Nostra“.

Auftritte des Bucovina Club Orkestars mit seinen Musikern aus Serbien, Rumänien, Bulgarien, der Türkei und Russland führen aber nicht nur unterschiedliche Sprachen und Stile zu einem heissen Party-Mix zusammen, sondern sollen auch, so wünscht es Shantel „eine politische Dimension“ haben, eine „heilende, völkerverbindende Karaft“.

Und abgesehen davon – Musik aus Slowenien, Serbien, Bosnien und Kroatien steht uns zumindest räumlich näher, als Musik aus Sheffield oder Manchester.

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Eintritt: 20 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Sa., 4. Juni: Cavewoman

Cavewoman ist nicht, wie man vermuten sollte, ein feministischer Großangriff auf die gemeine Spezies Mann sondern ein vergnüglicher Blick auf das (Zusammen-) Leben zweier unterschiedlicher Wesen, Mann und Frau, die sich einen Planeten, ein Land, eine Stadt, eine Wohnung und das Schlimmste, ein Badezimmer, teilen müssen!

Stefanie B. Fritz ist Heike, die Zukünftige von Tom, die hier die letzten Stunden vor der Trauung nutzt, um den peinlicherweise zu früh erschienenen Hochzeitsgästen noch einmal einen Schnellkurs in Sachen Mann-Frau-Beziehung zu geben. Und das mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch. Oder was würden Sie sagen, wenn Ihr Mann einen Abend vor der Hochzeit verschwindet, nur weil Sie „Hau ab!“ zu ihm gesagt haben?

Ein Theaterabend, der gleichermaßen zum Staunen wie zum Lachen einlädt, denn eigentlich haben es ja schon immer alle gewusst: Wenn Männer so gute Liebhaber wären, wie sie denken, hätten Frauen gar keine Zeit, sich die Haare zu machen!

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Eintritt: 19/20/21 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

So, 5. Juni: Bernd Stelter

Da hatten wir doch endlich weiße Weihnachten, unsere Frauen werden demnächst Fussballweltmeister im eigenen Land, die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosenzahlen erreichen neue Tiefststände und trotzdem hängen unsere Mundwinkel kollektiv nach unten. Die deutsche Befindlichkeit steht im offenen Widerspruch zur Realität.

Wir sind nur dann wirklich glücklich, wenn wir so richtig unglücklich sein dürfen. "Tja, wenn die Rahmenbedingungen besser wären, dann würde ich auch die Mundwinkel hochziehen", sagt so mancher. „Falsch“, entgegnet Bernd Stelter. „Erst mal die Mundwinkel hoch, und dann sehen wir mal, was aus den Rahmenbedingungen wird.“

In seinem Programm „Mundwinkel hoch“ fragt er sich und sein Publikum, was wir tun können, um uns mehr Optimismus zu besorgen. Den gibt es schliesslich für kleines Geld an jeder Ecke. Es gibt Gurus und Glückstee, Wellness, Yoga, Rotwein und Schokolade. In jeder Buchhandlung steht ein ganzer Tisch voll Glück. Bernd Stelter kennt diese Allheilmittel und gibt Tipps für mehr Spaß am Leben.

Denn eines steht fest: Lachen ist gesund. Es verbessert die Durchblutung, Cholesterin wird verbrannt, die Herzinfarktgefahr wird gesenkt. Zwanzig Sekunden lachen entspricht der körperlichen Leistung von drei Minuten schnellem Rudern. Das heißt: Nach einem Abend mit Bernd Stelter ist man kalorientechnisch mit dem Deutschlandachter von Kassel auf der Fulda und Weser bis nach Hannover gebrettert. Und das mit Vergnügen.

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Eintritt: 22 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

 

Rubriklistenbild: © Foto:nh

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