Die Sommer-Sinfonie - was für ein rauschendes Fest

80 junge Musiker aus 27 Ländern: Das YOA Orchestra of the Americas bei seinem einzigen Deutschland-Konzert. Dirigent ist der Mexikaner Carlos Miguel Prieto. Foto: Fischer

Kassel. Das YOA Orchestra of the Americas trat bei der Sommer-Sinfonie des Kultursommers Nordhessen auf - ein toller Abend.

KASSEL. Was für Konzert, was für ein Zugabenblock: Nach dem regulären Programm feierte das YOA Orchestra of the Americas ein rauschendes Fest in der Kasseler Stadthalle. Da kamen die 80 jungen Musiker aus 27 Ländern des amerikanischen Kontinents mit ihren Nationalfahnen, tanzten und brannten ein klingendes Feuerwerk sondergleichen ab. Alles gipfelte in dem brasilianischen Hit „Tico Tico“.

Superstimmung herrschte sowohl beim Orchester als auch bei den 900 Gästen dieser „Sommer-Sinfonie“ des Kultursommers Nordhessen. Für die Musiker war es der einzige Auftritt in Deutschland und der fulminante Ausklang ihrer Tour, die sie zuvor in die baltischen Länder geführt hatte.

Das YOA ist ein hochkarätiger Klangkörper mit keinem Geringeren als Plácido Domingo als künstlerischem Berater. Auch eine gebürtige Kasselerin hat das strenge Auswahlverfahren bestanden: Nadine Quiroz Sanchez, eine Geigerin mit mexikanisch-österreichischen Eltern. Eine Musikerin aus Kassel in den Reihen eines amerikanischen Orchesters - eine tolle Überraschung.

Ihr hohes Niveau bewiesen die Instrumentalisten gleich eingangs mit Leonard Bernsteins Sinfonischen Tänzen aus der „West Side Story“. Mit viel Biss zelebrierten sie die jazzigen Momente und die „Mambo“-Einlage. Bei „Somewhere“ gab’s pures Schwelgen. Besten Eindruck als eleganter Rhythmiker machte der mexikanische Dirigent Carlos Miguel Prieto.

Mozart ist heikel, doch hier gelang eine klangschöne, ausgefeilte Version des Klavierkonzerts A-Dur KV 488. Wunderbar die estnische Pianistin Irina Zahharenkova mit ihrem perlenden Anschlag. Die feinsinnige Klavier-Ästhetin, die schon den Leipziger Bach-Wettbewerb gewonnen hat, brachte in ihrer Zugabe Jean Sibelius’ Impromptu op. 5/5 zum Glitzern.

Im zweiten Konzertteil dann ein souverän gestalteter Weg durch die Nacht zum Licht, von Moll nach Dur: die 1. Sinfonie von Johannes Brahms in flüssiger, stets organischer Wiedergabe. Nach Standing Ovations zeigte das YOA in den besagten Zugaben Flagge.

Sommer-Sinfonie II: Dienstag, 9. August, 20 Uhr, Stadthalle Kassel: Orchester der Kulturen. Karten unter 0561/203204 und 988 393-99.

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