Sängerin Julieta Venegas sorgte für gute Laune im Kasseler Kulturzelt

Sommerlich und flockig

Eine unbeschwert junge Stimme: Julieta Venegas bei ihrem Kasseler Auftritt. Foto: Schachtschneider

KASSEL. Der griechische Denker Plato hätte es sich wohl nicht träumen lassen, rund 2400 Jahre nach seinem Erdenwandel in einem Hit aufzutauchen. Leicht ins Ohr geht das Keyboard-Motiv, mit dem die mexikanische Liederschreiberin und Sängerin Julieta Venegas ihr Konzert im Kasseler Kulturzelt eröffnet. Zu einer Basslinie aus vier Tönen kommen kecke Synkopen in der rechten Hand, und dazu philosophiert die zierliche Sängerin über die Vorzüge platonischer Lieben.

Im Programmheft des Kulturzelts kann man über die verschlungene Musikerbiografie der in ihrer Heimat sehr bekannten Sängerin lesen, etwa dass sie früher in der Punk- und Ska-Szene kräftig mitgemischt hat. Doch mittlerweile hafte ihr das Etikett der sanften, sommerlich-flockigen Popsängerin an. „Sommerlich-flockig“ - genau das ist der Ausdruck, der das Stück „Amores Platónicos“ (aus dem aktuellen Album „Otra cosa“) und das Konzert insgesamt am besten zusammenfasst.

In schneller Folge schüttelt die 41-Jährige ihre charmanten Melodien aus dem Ärmel und wechselt dabei die Instrumente, wobei das Akkordeon für die besondere Note sorgt. Unbeschwert jung, mal ein bisschen schmachtend, klingt ihre Stimme. Eine sechsköpfige Band begleitet unaufdringlich professionell. Mal sorgen Flöten- und Trompetentöne für Farbe, mal gibt es liebliche Akzente vom Glockenspiel. Die Wuschelmähne des Schlagzeugers sieht wilder aus, als die Musik klingt.

Unter den 500 Gästen im unbestuhlten Kulturzelt befinden sich viele Zuhörer aus der lateinamerikanischen Welt. Vermutlich ist für sie dieses Konzert so, als würden Deutsche in Mexiko einen Auftritt von Helene Fischer erleben. Dementsprechend gut ist die Stimmung, auf rhythmisches Klatschen folgen zwei Zugabenblöcke. Zum Abschied wird die „Revolución“ besungen: die Überzeugung, dass nur die Liebe uns besser machen kann.

Von Georg Pepl

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