Die Formation „Nuage“ unterhielt im Schlachthof mit musikalischen Grüßen aus der Blütezeit des Swing

Sonnig, elegant und schwungvoll

Vier Individualisten, die zusammenfanden: Pianist Gregor Kilian, Gitarrist Frank Brinkmann, Sängerin Jeanny Peters und Geiger Jörg Teibach. Foto: Malmus

Kassel. Das französische „Nuage“ bedeutet ins Deutsche übersetzt Wolke und auf dergleichen schweben die Musiker der gleichnamigen Band, wenn sie in ihrer Hommage an ihre Lieblinge und Vorbilder wie Django Reinhardt, Billie Holiday oder den Pianisten Teddy Wilson schwelgen.

Mit ihnen taten das am Donnerstag 70 Besucher im Kulturzentrum Schlachthof. Die Blütezeit des Swing, die 1930er- und 1940er-Jahre also, und der Blues haben es ihnen angetan.

Vier Individualisten haben sich da gefunden, vier unterschiedliche Spielernaturen und Temperamente: Der Gitarrist Frank Brinkmann, der ruhende und rhythmische Pol, der immer wieder auch durch mitreißende Soli überzeugte, der dynamische Pianist Gregor Kilian, ein vielseitiger Tastenprimus, mit Power und Gefühl, Geigenbauer Jörg Teibach, der sich während seiner Soli so hingebungsvoll in die Musik fallen ließ, als brauche er zum Tanzen nur eine Geige im Arm, und schließlich Jeanny Peters, die Frau am Mikrofon.

Zwischen dunkelschöner Blueskehle und lächelnder Swingstimme vermag sie zu variieren. Ein wenig mehr Mut zur Präsenz möchte man ihr jedoch wünschen. Wer mit so ansprechendem Stimmpotenzial beschenkt wurde, dürfte sich ruhig etwas mehr in den Vordergrund drängen.

Bei Stücken wie dem ausdrucksstark gesungenen „Cry me a river“ wurde deutlich, wie gut Stimme und Präsenz harmonieren können. Das Repertoire von Nuage? Liebhaber dieses Genres dürften ins Schwärmen gekommen sein. Ein Ausschnitt: „Comes Love, Nothing can be done“, wir erinnern uns an Dianne Reeves, „I’m Gonna Sit Down And Write Myself A Letter“ (1935 von Fred E. Ahlert), Nat King Cole wie auch Frank Sinatra waren damit einst zu hören, „Nice Work If You Can Get It“, ein Filmsong aus den 1930er-Jahren von George Gershwin oder „Lover Come Back To Me“, in den 1960er Jahren auch von Barbra Streisand wieder aufgenommen, sorgten für sonnige Nostalgiestimmung und schwungvolle Unterhaltung.

Klar auch, dass in diesem schönen Konzert neben Klassikern wie Bart Howards „Fly Me To The Moon“, Gruß von Frank Sinatra, das Stück „Nuage“ von Django Reinhardt nicht fehlen durfte. Auch dieses Juwel polierten die Musiker wieder auf Hochglanz. Fazit: Es hat Spaß gemacht. Viel Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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