Siegfried Heinrich dirigiert Bachs Weihnachtsoratorium

In Sonntagsstimmung

Siegfried Heinrich

KASSEL. Die vorweihnachtliche Konzertsaison ist eröffnet, und was wären die Wochen vor dem Fest ohne Bachs Weihnachtsoratorium? Gleich dreimal ist es in diesem Jahr in Kassel zu hören, jeweils in unterschiedlichen Kombinationen. Den Auftakt machte am Abend des 1. Advent Siegfried Heinrich vor den ausverkauften Reihen von St. Familia.

Der verdiente Kirchenmusiker, der vor fünfzig Jahren fast gleichzeitig eine Kirchenmusikstelle in Bad Hersfeld und eine Dozentur an der Kasseler Musikakademie angetreten hatte, kam diesmal mit seinen drei Chören (Hersfelder Festspielchor, Marburger und Frankfurter Konzertchor) nach Kassel. Statt der üblichen Aufführung der Kantaten I-III hatte Heinrich nur die ersten beiden Kantaten einstudiert und sie durch die Kantate „Unser Mund sie voll Lachens“ BWV 110 ergänzt. Eine schöne Idee, das Bekannte mit einem weniger bekannten Werk für den Weihnachtsfestkreis zu kombinieren.

Nicht nur deshalb wurde es ein rundum schönes Konzert. Da war zum einen das kleine Orchester der Virtuosi Brunensis aus dem tschechischen Brünn, das ganz hervorragend aufspielte: Exquisite Solisten mit Flöten, Oboen, Fagott und den drei strahlenden Trompeten machten den Auftritt zum Genuss. Auch der Chor war in Sonntagsstimmung. Trotz einer mit etwa 80 Sängern so großen Stärke, wie man sie bei Bach-Werken kaum noch zu hören bekommt, blieb alles leicht und gut durchsichtig. Die beiden großen Chorsätze „Jauchzet, frohlocket“ und „Ehre sei Gott in der Höhe“ gelangen mühelos.

Zum Erfolg des Konzerts, nach dessen Ende als Dank für den Beifall der Eingangschor aus BWV 110 wiederholt wurde, trugen auch die vier Gesangsolisten bei, die alle ohne Opernallüren auskamen: Johanna Knauth mit kräftigem Sopran, Uta Runne mit etwas leisem, doch anrührendem Alt, Sebastian Kohlhepp mit glanzvollem Tenor und Christos Pelekanos mit hellem, tragendem Bass.

Von Johannes Mundry

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