Miss Li bediente ihre Fans im Kulturzelt Kassel

Songs über Sorgen und Nöte junger Mädchen

Hundert Minuten Mädchen-Party: Miss Li im Kasseler Kulturzelt. Foto: Malmus

Kassel. War es gute Mund-zu-Mund-Propaganda oder die Werbung für Volvo und Apple, die sich Songs von Miss Li für ihre Produkte ausgesucht haben? Das Kulturzelt-Konzert der 30-jährigen Schwedin war jedenfalls fast ausverkauft. Mit einem Publikum, das mit Miss Li eine 100-minütige Party feierte.

Eine kurze Begrüßung, schon schmettert Miss Li die ersten Zeilen von "Dancing The Whole Way Home" ins Mikrofon, hämmert ins Klavier - Köpfe im Publikum nicken, Füße stampfen den Takt mit. Ohne Pause folgt der „La, la, la“-Refrain von "Stupid Girl. Miss Li breitet die Arme aus, rennt zum Bühnenrand, steigt auf den Klavierhocker: So animiert man Fans.

„Eigentlich sind meine Songs nicht fröhlich“, sinniert sie nach dem donnernden Applaus zu Stupid Girl, „handeln sie doch von den Sorgen und Nöten von Mädchen, denen ihre Typen gar nicht guttun.“ Deswegen waren wohl viele dieser Mädchen mit ihren Müttern zum Konzert gekommen. Männer, eindeutig in der Minderzahl, wurden - das spürte man - meist von ihren Lebensabschnittsgefährtinnen mitgeschleppt und durften sich zur Belohnung auch noch „You could have it (so much better without me)“ vorsingen lassen. Miss Li weiß halt, wie man seine Klientel bedient, und beweist, dass guter Girlie-Pop nicht nur aus England kommt.

Ein Moment der Besinnung: „I can’t get you off my mind“ widmet sie ihrem Stamm-Saxofonisten, der wegen eines Herzinfarkts an der Tour nicht teilnehmen kann. Dann geht es mit „Oh Boy“ schon Richtung Finale. Miss Li springt ins Publikum und tanzt mit ihren Fans. Die Band fährt noch einmal alles auf, kippt „Bourgeois Shangri-la“, den Song aus der Apple-Werbung, geschickt in einen Blues, und mit einem Lächeln im Gesicht und „My heart goes boom boom boom“ auf den Lippen gehen die Mädchen glücklich in die Samstagnacht.

Von Wilhelm Ditzel

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