Kultursommer: A-cappella-Nacht in Fritzlar vor dem Dom

Spagat mit der Stimme

Sie sind Cantabile - The London Quartet: Michael Steffan (Bariton, von links), Christopher O’Gorman (Tenor), Sarah-Ann Cromwell (Sopran) sowie Mark Fleming (Tenor). Foto: Zerhau

Fritzlar. Für kulinarische Erlebnisse gilt: Das Auge isst mit. Auch in puncto Musik sorgen Kulisse und Inszenierung für eine ganz besondere Atmosphäre. Als am Samstag die Dunkelheit einsetzte und bei der fast ausverkauften A-cappella-Nacht in Fritzlar der beeindruckende Dom angeleuchtet wurde, da klang so manche schöne Ballade gleich noch ein wenig schöner.

Der Kultursommer Nordhessen hatte eingeladen. Drei Formationen zeigten ihre Künste in Sachen Musik, die ausschließlich über die Stimmbänder kreiert wird.

Zum Auftakt sang die britische Formation Cantabile - The London Quartet. Seit Jahrzehnten steht dieses Quartett für einen wunderbaren Mix aus klassischem Gesang, Pop-Songs und herrlich trockenem, britischem Humor.

Mit Pop-Klassikern wie „California Dreamin‘“, Filmmusik-Hits, aber auch Brahms’ Wiegenlied „Guten Abend, gute Nacht“, begeisterten Mark Fleming (Tenor), Christopher O’Gorman (Tenor), Sarah-Ann Cromwell (Sopran) sowie Gründungsmitglied Michael Steffan, der durchs Programm führte und dabei nicht mit amüsanten, ironischen Kommentaren geizte. Der Höhepunkt: „Das mit dem Brexit tut uns leid. Wird nicht mehr vorkommen.“

Auf die großartigen Briten folgten die vielseitigen Niederländer von The Junction. Mit Sexappeal und Disco-Flair versprühte das Quintett viel Temperament und legte einen zumeist gelungenen Spagat zwischen Jazz, Pop, Balladen und Klassik (Schwanensee) hin. Herzstück der Formation sind die drei großartigen Sängerinnen Margriet van Duijvenbode, Joyce-Lou van Ras und Tineke Blok. Die Sänger Henk Kraaijeveld und Paul Maaswinkel ergänzen.

Zum Abschluss des Abends: Tobias Wegner alias „Wall Clown“ und Sebastian Fuchs: eine herrlich komische Nummer. Per Videotechnik kombiniert der mit vielen Preisen geehrte Akrobat Wegner Bühne und Leinwand. Scheinbar erklettert er einen Raum, klebt schwerelos an Wänden und Decke.

Die Auflösung: Die Illusion wird durch das Verdrehen der Video-Perspektiven erzielt. Die vielseitige Geräuschkulisse für seinen kuriosen Kampf gegen die Schwerkraft lieferte Sebastian Fuchs. Lang anhaltender Applaus für alle Künstler.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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