„Komponistinnen und ihr Werk“ mit Quartett

Spannende Begegnung

Katalin Hercegh

KASSEL. Mit Gedenkjahren ist das so eine Sache: Gegenstand der Verehrung sind fast ausnahmslos die großen Männer der Musikgeschichte. Umso gerechter, dass Christel Nies’ Konzertreihe „Komponistinnen und ihr Werk“ nun an den 200. Geburtstag einer großen Frau erinnerte. Und zwar an den von Emilie Mayer (1812-1883).

Ein umfangreiches Gesamtwerk, darunter je acht Sinfonien und Streichquartette, hat die Berliner Komponistin geschaffen. Leidenschaftlich wie dicht gearbeitet ist ihr Quartett g-Moll op. 14 (1858). Mit riesigem Einsatz spielten es Katalin Hercegh, Josephine Nobach (Violine), Joachim Schwarz (Viola) und Wolfram Geiss (Violoncello) für 70 Zuhörer in der halligen Chorkirche von St. Martin.

Eine Besonderheit des romantisch-klassizistischen Stücks bildet die kunstvolle Verwendung des Chorals „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ im langsamen Satz. Ein spannendes Kennenlernen, auch dank des ausdrucksgesättigten Spiels der Kasseler Musiker.

Galanterie

Eine Galanterie aus der Frühgeschichte des Streichquartetts war zuvor das Quartett Nr. 3 g-Moll (1769!) von Maddalena Laura Lombardini Sirmen. Einen leicht bizarren Reiz entfaltete das zwischen Dur und Moll schwankende Rondo. Monumental wurde es mit dem 40-minütigen Streichquartett e-Moll der Engländerin Ethel Smyth. Von stimmungsvoll bis hitzig ging es zur Sache. Das energische Motiv, das im Finale auf ein Fugato folgte, entpuppte sich als flotter Ohrwurm. Gebührender Applaus.

Von Georg Pepl

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